Archive for Oktober, 2006

Kurztherapie

zoee_lilith.jpg

Mir wird ja immer latente bis offensichtliche Männerfeindlichkeit vorgeworfen. Selbstverständlich hat mich das sehr betrübt, weil ich eigentlich eine ganz eine liebe Frau bin. Ich habe mich deshalb mit meiner Therapeutin LILITH zusammengesetzt und mit ihrer kompetenten Hilfe habe ich erkannt, daß ich immer noch eine ganz eine liebe Frau bin. Es war die Bibel, die mein Emanzipations- und Frauenverteidigungsgen freigesetzt hat. Hier eine kleine Auswahl der Bosheiten, die meinen Geschlechtsgenossinnen einfach so unterstellt werden:

- Es ist keine List über Frauenlist.

- Es ist kein Kopf so listig als der Schlange Kopf, und ist kein Zorn so bitter als Frauenzorn.

- Ich wollte lieber bei Löwen und Drachen wohnen denn bei einem bösen Weibe.

- Wenn sie böse wird, so verstellet sie ihre Gebärde, und so wird sie finster wie ein schwarzer Sack.

- Ihr Mann muß sich ihrer schämen; und wenn man´s ihm vorwirft, so thut´s ihm im Herzen weh.

- Alle Bosheit ist gering gegen der Weiber Bosheit; es geschehe ihr, was den Gottlosen geschieht.

- Ein schwätzig Weib ist einem stillen Mann wie ein sandiger Weg den Berg hinauf einem alten Mann.

- Laß dich nicht betrügen, daß sie schön ist, und begehre ihrer nicht darum.

- Ein böses Weib macht ein betrübt Herz, traurig Angesicht und das Herzeleid.

- Ein Weib, da der Mann keine Freude an hat, die macht ihn verdrossen zu allen Dingen.

- Die Sünde kommt her von einem Weibe, und um ihretwillen müssen wir alle sterben.

- Wenn man dem Wasser nicht Raum lassen soll, also soll man einem bösen Weibe seinen Willen nicht lassen.

- Will sie dir nicht zur Hand gehen, so scheide dich von ihr.

- Das ist aber das Herzeleid, wenn ein Weib wider das andre eifert, und schändet sie bei jedermann.

- Wenn einer ein böses Weib hat, so ist´s eben als ein ungleich Paar Ochsen, die neben einander ziehen sollen.

- Wer sie krieget, der krieget einen Skorpion.

- Ein hurisch Weib kennet man bei ihrem unzüchtigen Gesicht und an ihren Augen.

Ich bin also gar keine latente Männeranfeinderin, sondern ganz offensichtlich eine Frauenmögerin.

Venceremos, hermanas!

[Bild: John Collier]

13 Comments »

Neulich hinterm Rednerpult

zoee_schnecken.jpg

“Man benötigt Ehrgeiz, Disziplin und den festen Willen, sich durch Bildung neue Möglichkeiten zu erschliessen. Gelegentlich fehlt es leider an diesem Willen. Manch einem fehlt es an Engagment.” 

[Altsackkanzler Gerhard Schröder]

Ich weiss gar nicht, was der hat.

6 Comments »

“Wenn ich mal Mutter bin, sage ich das nie!!”

zoee_bungee.jpg
“Gestern habe ich bei Sonja einen großen Schluck Balsamico aus ‘nem Glas getrunken!” spricht das Kind. “Du hast aber schon gewusst, dass das Essig ist, oder?” frage ich zurück. “Klar, ich bin ja nicht blöd!”. “Und wieso hast du es dann getrunken?” will ich wissen. “Weil alle anderen die da waren, auch den Essig getrunken haben.” “Und wenn alle anderen von einer Brücke springen, hüpfst du dann hinterher, oder wie?” Ein bitterböser Blick trifft mich: “Natürlich nicht! Glaubst du, ich bin blöd? Dabei kann man sich doch weh tun!”

4 Comments »

Neulich nachts.

zoee_neunlive.jpg

Ich kann nicht schlafen. Also setze ich mich im Bett wieder auf, hangel mir die Fernbedienung und zappe mich durch das anspruchsvolle Nachtprogramm. Wiederholungen, Zugfahrtlandschaften, Nackedeis, Gerichtsshowwiederholungen – wenn ich nicht so wach wäre, würde mich das sofort wieder einschläfern. Ich zappe weiter. Plötzlich bin ich wach. Hellwach. Irgendjemand schreit mich nämlich an.

Eine hübsche Maid weint: “Ist denn hier gar keiner mehr wach? Das kann doch nicht sein!!! Hallo??? Ist hier denn niemand????” “Doch!” möchte ich dem verzweifelten Mädchen zurufen “hier bin ich doch!”, aber sie lässt mich nicht zu Wort kommen “F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!!” schreit sie. Und nochmal:  “F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!!” Ich bin erschüttert. Hat man ihr die geklaut? Ich mache aufgeregt meine Nachtischlampe an. Das klingt nach einem sehr interessanten Krimiformat.

Die Maid schreit immer lauter: “Wieso ruft denn keiner an??? F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!!” Gleichzeitig bekommt sie einen epileptischen Anfall und fuchtelt mit Schaum vor dem Mund und rollenden Augen mit ihrem Zeigefinger aus dem Fernseher heraus.

“F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!! Und Sie müssen dafür nur folgende Frage beantworten: Wo steht der Pariser Eiffelturm! Das kann doch nicht so schwierig sein! F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!!” Ich finde die Frage auch erschreckend einfach. So einfach, daß sogar ich die Antwort wüsste. Aber ich bin einfach zu faul, um aufzustehen. Und abgesehen davon: es kostet ja ein Schweinegeld da anzurufen und dann kommt man nicht durch und dann ärgert man sich.

“F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!! Ist denn keiner wach??? Alle Leitungen sind offen! N-U-R   F-Ü-R   S-I-E!” Ich bin wach. Aber immer noch zu faul und zu geizig. Auf der anderen Seite: für F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro könnte ich mir schon das eine oder das andere nette Teilchen leisten. Ich beschliesse, den Krimi noch etwas weiter zu verfolgen. Mal gucken, wer der Täter ist.

“Das gibt es doch nicht!” die Maid ist ganz verzweifelt und erhebt ihre Stimme noch mehr ” DAS GIBT ES DOCH NICHT!!!  F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro sicher, meine DamundHerrn! Ist denn keiner wach? Die Leitungen sind offen! N-U-R   F-Ü-R   S-I-E!”. Langsam kann ich sie verstehen. Da steht sie da, mitten in der Nacht und will Geld verschenken und keiner möchte es haben. Da würde ich aber auch herumbrüllen. Oder es selbst nehmen.

Ich stehe nun doch auf, weil ich mal muss. Das rede ich mir jedenfalls selber ein, weil -wie gesagt- bei so einem Schwachsinn rufe ich nicht an. Wegen nicht Durchkommen und wegen Geiz. Ich gucke rein zufällig aus dem Fenster und sehe in der gesamten Straße kein einziges erleuchtetes Fenster. Hmmm … vielleicht ist es wirklich ein Zufall, daß ausgerechnet jetzt alle, alle, alle in Deutschland schlafen und nur ich bin wach und es ist Schicksal? Vielleicht sollte ich doch anrufen? Ich lege mich geschwind wieder ins Bett, um nicht in Versuchung zu kommen.

“N-U-R   F-Ü-R   S-I-E!” hämmert es in meinem Kopf “N-U-R   F-Ü-R   S-I-E! F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!! SICHER!!!” schrillt es aus dem Fernseher. Und draussen ist es dunkel. So dunkel.

Na gut. Ich wollte mir sowieso etwas zu trinken holen. Dann komme ich sowieso am Wohnzimmer vorbei. Da steht das Telefon. Ich könnte ja mal eine Freundin oder meinen Chef anrufen um festzustellen, ob die auf jeden Fall schlafen, damit sie mir nicht die sicheren fünftausend Euro wegschnappen. Allerdings wären sie dann wach und würden wissen wollen, warum ich sie um diese Zeit anrufe. Und dann müssten wir die Kohle schon durch drei teilen. Ich verwerfe diesen Teilungsgedanken sofort wieder.

“F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!!” kommt es gedämpft aus dem Schlafzimmer. Diese Mistbiene lässt aber auch nicht locker. Ich gucke noch einmal aus dem Fenster. Immer noch alles dunkel. Überall. Verpenntes Pack!

Nun denn, wenn die nicht wollen, dann hole ich mir eben selbst das Geld. Da sind sie selber schuld! Ich nehme das Telefon und wähle die Nummer. Meine Güte bin ich aufgeregt. “F-Ü-N-F-T-A-U-S-E-N-D Euro!!! Ist denn keiner wach? Das kann doch nicht sein!! Die Leitungen sind offen! Hört mich denn niemand” schreit die Stimme am Rande des Nervenzusammenbruchs. Warte, Schatz, gleich erlöse ich dich von deinem Leid, gleich hörst du mich! Gleich bin ich bei Dir! Harre aus!!

Und da ertönt sie, diese liebliche, weibliche Stimme. Und sie säuselt sanft in mein Ohr:  “Vielen Dank für Ihren Anruf! Leider haben Sie dieses Mal kein Glück gehabt. Bitte versuchen Sie es gleich noch einmal!”

Es ist wirklich niemand wach. Niemand. Echt nicht.

8 Comments »

Aua!

zoee_ast.jpg

Herr Jafa   hat mir diesen Ast vor den Latz geknallt und auch noch höhnisch “feig’” gerufen. Das lasse ich mir natürlich nicht gefallen. Also, auf geht’s:

- Wo komme ich her?

Aus dem Bett, wo ich gerade “Unforgiven” mit Clint Eastwood geguckt habe. Jedenfalls die ersten 10 und die letzten 20 Minuten.

- Wo gehe ich hin?

In eine Art Kerbtiermuseum. Dort werde ich ein bekleidetes  Tier mitsamt Ableger studieren. Und anschliessend mache ich meinen Doktor in Wurstologie unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte der westdeutschen Kohlenkultur..

- Und wenn ich schon mal da bin?

Das werde ich spontan entscheiden.

- Wonach ich nie gefragt werden will:

Ob ich “schon gehört hätte, daß …” Entweder habe ich es gehört oder eben nicht. Im ersten Fall habe ich meinen Senf bestimmt schon ausführlich dazu gegeben, im zweiten Fall war es dann wohl nicht für meine Ohren bestimmt. Dann geht es mich nichts an und dann interessiert es mich auch nicht.

- und überhaupt: Stöckchen sind eh doof weil …

… sie alle doof finden. Und keiner niemals nicht mitmacht.

- wieso ich diesen Scheiß trotzdem mitmache?

Weil niemand niemals nicht mitmacht und ich deshalb etwas Besonderes bin und mein kleines Ego damit aufpumpen kann.

- 10 Blögge, denen ich dieses Ding ebenfalls zuwerfe und die ganz bestimmt mitmachen werden, weil sie sonst feige sind:

Alle aus meiner Linkliste. Zählen kann ich also auch nicht.

1 Comment »

Aus Kindern werden Leute

zoee_sprungturm.JPG

Tscha. Mama traut sich nicht mal auf den Block, aber Madame klettert eifrig die Leiter hoch und springt vom “Dreier”!

Einfach so.

9 Comments »

Sie

zoee_toulouse-lautrec.jpg

Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen? Vor ca. 15/16 Jahren sind wir beide aus München weggezogen. Vorher waren wir jahrelang eng befreundet und haben Dinge gemacht, für die ich meine Tochter lebenslang ins Kloster stecken würde. Und sie ihren Sohn ebenfalls.

Sie hat es in den Süden gezogen, mich in den Norden. In den darauf folgenden Jahren haben wir uns immer mal wieder geschrieben, mal telefoniert, mal Funkstille gehabt. Ein oder zwei Mal haben wir uns auch gesehen, wenn wir zufällig in der gleichen Stadt waren. Was aber sehr selten der Fall war. Im Herzen waren wir aber beieinander und wir haben immer ungefähr gewusst, was die andere so treibt und wo sie ungefähr steckt.

Dann, vorgestern, die Überraschungsmail: “ich kann endlich an die Ostsee und habe eine Stunde Aufenthalt in Hamburg!” Natürlich bin ich mit der Sprotte zum Hauptbahnhof gefahren (ich wäre auch für 10 Minuten gefahren) und war gespannt. Wie wird sie aussehen? Wie wird sie sein? Was hat sich verändert? Wie wird sich das erste Wiedersehen nach so langer Zeit wohl anfühlen?

Der Zug fährt ein, ich tippele von einen Fuss auf den anderen und bin aufgeregt wie beim ersten Date mit Bruce Eastwood. Ganz hinten sehe ich eine Gestalt mit einem kleinen Jungen. Das muss sie sein! Wir gehen los und kommen uns immer näher. Und je näher wir uns kommen, umso breiter wird unser Lächeln, die Schritte werden schneller und wir liegen uns laut lachend in den Armen. Wir mustern uns gegenseitig, ganz offen. Wir wissen, daß wir das dürfen. Und genau so offen kann man in unseren Gesichtern das Resultat ablesen: “Mei, ist sie alt geworden! Und zugenommen hat sie auch!”. Wir lachen noch einmal laut, reden müssen wir darüber nicht. Und während wir mit den Kindern die Rolltreppe hochfahren, um ihnen einen gesunden schottischen Snack zu spendieren ist das alte Gefühl wieder da. Warm und liebevoll. Lustig und aufregend. Spannend.
Als ob wir uns erst gestern gesehen hätten, werden kurz die Neuigkeiten ausgetauscht, schnell über gemeinsame Bekannte abgelästert, viel gelacht und umarmt und Pläne für das nächste Wiedersehen geschmiedet “Nächstes Mal aber nicht erst in 15 Jahren!”.

Nein, das nächste Mal in zwei Wochen, wenn ich ein Wochenende an ihrem Kurort an der Ostsee verbringen werde und dann steht der nächste Urlaub schon fest: entweder bei ihr im Süden, oder bei mir im Norden. Und wenn es nicht klappt, aus irgend welchen Gründen, wissen wir beide, daß wir uns auch die nächsten 25 Jahre im Herzen behalten werden. Und uns auch über eine Stunde auf irgend einem Bahnhof freuen werden.

Manche Menschen behält man für immer.

[Bild: H. Toulouse-Lautrec "The two girlfriends"]

2 Comments »

Ich bin verliebt!

zoee_legs.jpg

Jawohl! Total verliebt! Endlich! Ich hätte nie gedacht, dass mir das noch einmal passieren würde nach der grossen Pleite vor drei Wochen. Aber ich will jetzt nicht zurückschauen, sondern mich auf die Zukunft freuen. Hach, ich könnte die ganze Welt umarmen, so glücklich bin ich!

Ich habe Ludwig über das Internet kennengelernt. Jaja, ich weiss, viele finden das komisch. Aber in der heutigen Zeit der Technik und so finde ich das ganz normal. Schließlich benutzen viele das Internet ja auch in der Arbeit. Und so habe ich den Ludwig auch kennengelernt: am vorvergangenen Montag morgen, als sein und mein Chef gerade nicht da waren. Ich habe sofor gespürt, daß zwischen uns etwas ganz Besonderes ist. Er kann so schön schreiben! Gut, er ist immer etwas sehr kurz angebunden, aber das verstehe ich schon. Schließlich ist er ja ein viel beschäftigter Mann und kann deshalb nicht immer online sein. Schade ist nur, daß er abends nie an den Computer gehen kann. Da ist er meistens bei Geschäftsessen oder bei Terminen. Aber er schickt mir immer eine ganz liebe SMS. Dass er an mich denkt und dass ich auch an ihn denken soll. Leider kann ich nicht zurückschreiben, weil ich seine Nummer nicht habe. Er meint, das wäre auch nicht nötig, schließlich würde er sich bei mir melden wann immer er Zeit hat und das SMS-Gepiepse wäre auch ganz schrecklich peinlich, wenn er mit seinen Geschäftspartnern zusammen ist. Deshalb hat er auch die Rufnummer unterdrückt.

Hach, ich bin immer noch so glücklich! Immer wenn ich an Ludwig denke, dann habe ich Schmetterlinge im Bauch und mein Magen fährt Achterbahn! Meine Kollegen haben schon gesagt, daß ich so eine glückliche Ausstrahlung habe und ob ich verliebt bin. Da musste ich kichern wie ein kleines Mädchen!

Gestern war es endlich soweit: Ludwig hat mich um ein Treffen gebeten! Ich hätte ihn ja schon viel früher gefragt, aber Männer sind halt nun mal Jäger und ich wusste ja, früher oder später fragt er mich schon, der Liebe! Natürlich habe ich mich total gefreut und jubelnd zugestimmt! Endlich werden wir uns sehen und uns tief in die Augen sehen und wissen, daß wir füreinander bestimmt sind und heiraten! Nicht so wie mit dem Deppen vor drei Wochen. Mit dem habe ich mich an einem Autobahnparkplatz getroffen. Nachts. Irgendwie muss sich halb Deutschland dort verabredet haben, denn überall standen Autos herum und alle Scheiben waren beschlagen. Ich konnte ihm auch nicht so richtig in die Augen sehen und merken, dass wir füreinander bestimmt sind, weil er so eine komische Ledermaske getragen hat. Er wollte auch sofort mit mir in sein Auto um festzustellen, ob wir zueinander passen. Aber nicht mit mir! Wenigstens ein Kaffeetrinken vorher muss drin sein! Ich bin doch nicht so eine! Nein, so eine bin ich nicht!

Der Ludwig hat geschrieben es wäre besser, wenn wir uns in seiner Stadt treffen könnten, weil er so viele Termine hat. Ich habe ihm gesagt, daß ich mir eine Woche Urlaub nehmen kann. Da war Ludwig plötzlich ganz einsilbig vor Traurigkeit, weil er nämlich genau nur an diesem Abend Zeit hat und keine ganze Woche. Die Geschäfte eben. Und leider können wir uns auch nicht in seiner Wohnung treffen, weil er gerade die Maler da hat. Blöd, ich weiss. Aber Ludwig wusste ja auch nicht vorher, daß er mich lieben wird, deshalb bin ich auch gar nicht sauer. Wir haben ja noch alle Zeit der Welt. Er hat dann ein Hotel vorgeschlagen, dass auch ganz günstig am Bahnhof liegt und wie der Intercity heisst. Dieses Mal fahre ich nämlich mit dem Zug, weil mir 850 km doch ein bisschen zu weit sind. Und ich komme dann auch ausgeruht an und kann ihm dann schön zurechtgemacht in die Augen sehen und das mit der Bestimmung feststellen! Hach, ich freue mich ja so!

Und ich habe zwei ganz tolle Überraschungen für den Ludwig vorbereitet: ich habe mir eine neue Strumpfhose gekauft, in der ich ganz, ganz sexy aussehe (obwohl ich nicht so eine bin!) und ich habe das Hotel bereits im voraus bezahlt. Damit der Ludwig nicht denkt, ich wäre wirklich so eine! Nein, nein!

Das wird so romantisch! Ich fahre mittags los, bin dann abends bei Ludwig und nehme dann den letzten Zug wieder zurück. Ludwig braucht nämlich seinen Schlaf, weil er gleich am nächsten Morgen einen wichtigen Termin hat. Wie gesagt, ich bin nicht böse, ich verstehe das! Und wir haben ja wirklich noch unser Leben vor uns. Das sieht Ludwig genauso, er hat mir nämlich nicht widersprochen!

So und jetzt muss ich packen und vorher noch meinen Miet- und Arbeitsvertrag durchlesen. Wegen der Kündigungsfristen.

Ich wünsche allen, daß sie auch einmal so glücklich werden wie ich! Verliebt sein ist so schön!!!

16 Comments »

Jaja,

zoee_gurken.jpg

… und dann sind die Gurken angeblich sauer, nur weil sie einem zu hoch hängen!

3 Comments »

Neues aus der Hansestadt

zoee_herbertstrasse.jpg

Gerüchten zufolge ertönt seit neuestem beim Betreten der Herbertstrasse in St. Pauli ein Begrüssungslied:

Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit,
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich’,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
So diesen König bei sich hat!
Wohl allen Herzen insgemein,
Da dieser König ziehet ein!
Er ist die rechte Freudensonn’,
Bringt mit sich lauter Freud’ und Wonn’.

Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit,
Eu’r Herz zum Tempel zubereit’t,
Die Zweiglein der Gottseligkeit
Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud’!
So kommt der König auch zu euch!

Also ich finde das ja schon etwas übertrieben und blasphemisch obendrein.

8 Comments »