Archive for Juni, 2007

Kurze Wege

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Wir erledigen seit einigen Wochen alle Wege mit dem Fahrrad. Das heisst, Frau Sprotte fährt mit dem Fahrrad zur Schule, ich bis zur Umsteighaltestelle, zum Einkaufen, zum Sport – egal wohin, wir fahren mit dem Fahrrad. Das hat ein paar positive Nebeneffekte: betätigt man sich bereits morgens körperlich, ist man sehr viel wacher, wenn man an seinem Ziel ankommt, als wenn man sich in einen Bus oder eine Bahn setzt, die einen sowieso nur langweilt und anwidert. Man wird muskulöser, verliert an Gewicht und -der schönste Nebeneffekt- man bekommt den Kopf schön durchgepustet, denn man ist alleine, ärgert sich nicht über störende Nebensitzer, Zeitungsmitleser oder gewöhnungsbedürftige Gerüche. Und man wird durch das Kopfdurchpusten auch kreativ. Es ist unglaublich, wieviele Dinge man gedanklich erledigt bekommt, wenn man sich nicht über seine Mitfahrer in öffentlichen Verkehrsmitteln ärgert. Und man spart Zeit! Das hätte ich nie für möglich gehalten, aber so ist es!
Leider hat die Kreativität auch einen Nachteil, jedenfalls bei mir: ich bin Abkürzungskreativlerin geworden. Fanatische! Ich bin der Meinung, daß alle Wege, die ich bereits dutzendfach abgefahren habe, oder von denen ich so ungefähr weiss, wie sie sind, auch in kürzerer Zeit zu schaffen sind.

Ein Beispiel? Gerne. Heute z.B. wollten wir zu Karstadt in die Innenstadt. Denn dort -und nur dort- gibt es diese bunten Baumwollbustiers, die Frau Sprotte unbedingt braucht, weil alle anderen Mädchen in ihrer Klasse diese auch haben. Die schlichten weissen von C&A, die wir vor ein paar Tagen besorgt haben, gehen leider nicht. Frau Sprotte ist nämlich auch kreativ und wollte diese mit T-Shirt-Farben entsprechend gestalten. Leider ging das ihrer Meinung nach etwas bis ziemlich daneben.

Ich kann mein Kind ja nicht leiden sehen (und ich muss mir das dringend abgewöhnen, weil sie immer grösser und teurer wird!), also haben wir uns am späten Vormittag auf die Fahrräder gesetzt und wollten in die Stadt fahren.

Der Weg dorthin ist sehr einfach: gerade aus, dann rechts, dann geradeaus bis zum Leinpfad, dann wieder geradeaus bis zur Aussenalster und dann einfach am Wasser entlang. Dann kommt man unweigerlich zum Rathausmarkt. Fährt man -von hier aus gesehen- links um die Alster muss man einen grossen Bogen machen, dafür muss man nicht mehr -wenn man rechts um die Alster fährt- über den Jungfernstieg. Der Bogen ist aber ein recht grosser, also dachte ich mir, man könnte diesen umgehen, indem man abkürzt. Und da muss ich nicht ganz bei mir gewesen sein, denn einen grossen Bogen an einem Wasser kann man nicht abkürzen – es sei denn, man fährt über’s Wasser. Und das kann sogar ich nicht.

Trotzdem war ich der Meinung, das geht kürzer. Also einfach mal abbiegen, dann noch einmal abbiegen und dann die Schräge geradeaus Richtung Innenstadt nehmen. Man fährt dann zwar ein bisschen weg vom Wasser, hat allerdings dann einen anderen Winkel, der einen schneller zum Ziel führen müsste. Selbstverständlich habe ich solche Ideen ohne vorheriger Internetrecherche, ohne Stadtplan und sowieso ohne Plan. Das ist einfach ganz spontan!

Wir haben den Stadtteil Harvestehude kennengelernt, am Mühlenkamp gibt es heute ein Strassenfest, das Radisson ist kein wirklich gutes Hochhauszeichen, wenn man da nicht wirklich hinwill, der Fernsehturm hat nichts mit dem Jungfernstieg zu tun (ich habe da kurzfristig meinen Arbeitsplatz und eine Veranstaltung durcheinander gebracht) und es gibt ja so viele hübsche Häuser und entzückende Fleete in den Nebenstrassen von Hamburg! Gut, dass ich meiner Tochter auch mal eine andere Seite von Hamburg zeigen konnte!
Nach knapp zwei Stunden waren wir dann am Ziel, haben die Unterwäsche gekauft, das Stuttgarter Weindorf kurz besucht, einen Regenschauer abgewartet und uns dann wieder auf den Heimweg gemacht. Der Weg war ja bekannt.
Fast. Denn mir fiel eine andere Abkürzung ein: nicht am windigen Wasser entlang, sondern so ein bisschen durch die Stadt sollte es jetzt sein.

Nun, ich kürze ab: ich werde mir einen Stadtplan kaufen, denn der Lehmweg ist nicht mehr da, wo er sein sollte. Der ist auf einmal woanders! Ich werde auch an mir arbeiten und meine Fahrradkreativität etwas zügeln. Immerhin sind wir heute knapp 3 Stunden beintechnisch unterwegs gewesen, das ist doch auch schon was, wenn man die Strecke auch in circa 1,5 Stunden erledigen kann. Im Übertreiben bin ich nämlich auch nicht schlecht.

P.S.: Frau Sprotte geht mir auf die Nerven. Sie lacht sich die ganze Zeit tot (”Höhöhö, weisst du noch was auf diesem Schild vor dem Handyladen stand ‘Die Abkürzung für Clevere’, hahahahha! Das war SO klasse! Hehehehehehhe!!!” – und das im nervigen  Wiederholungsmodus!) und deshalb musste ich sie leider sehr boshaft an eine kleine Anekdote erinnern, die sie mir selbst erzählt hat: erst letzte Woche wollte sie auf dem Weg zur Schule eine Abkürzung durch den Eppendorfer Park nehmen. Das Ende vom Lied: sie kam am Gesäss der Welt aus dem Park heraus und 10 Minuten zu spät zur Schule. Die soll mal ganz ruhig sein!

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Kleiner Einssiebzigmann …

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.. hast Du ein Glück, dass ich gut erzogen bin. Aber die gute Erziehung kann ich auch schnell vergessen.

Insider

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Ich bin so beeindruckt!

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Dieses engelsgleiche Wesen ist 23 Tage durch die Hölle gegangen! Keine Sonderbehandlung, nur Folter, Qualen, Isolation, schlechtes Essen, unschicke Kleidung und doch ist sie so tapfer und rücksichtsvoll, daß sie uns alle an ihrem Schicksal teilnehmen lassen möchte.

Um uns Mut zuzusprechen, um uns zu zeigen, daß man niemals aufgeben darf, um zu demonstrieren, daß jede noch so schlimme Sache auch eine gute Seite hat! Danke Paris!

Ich frage mich jetzt allerdings gerade, was die gute Seite an ihrer vorzeitigen Freilassung ist.

Wen es interessiert: hier das ganze Interview mit Larry King
Wen es interessiert: die Welt zu Gast bei Frau Hilton

Wen es interessiert:  einfach mal in den Spiegel gucken

Wen es interessiert: tja, so kann es gehen. Allerdings hat die positive Boykott-Abstimmung gegen die Dieter-Bohlen-Berichterstattung in der MoPo auch nicht lange angehalten.

Und ja, mich hat es interessiert, sehr sogar. Aber damit hat es sich jetzt auch. Versprochen!

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Endlich!

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Morgen früh kann ich meinen Traummann endlich wieder in die Arme schliessen, ihn abknutschen und durch die Luft wirbeln! Ich freue mich schon sehr! Gut, er ist ein bisschen kleiner als ich und unwesentlich jünger. Er kann auch noch nicht alleine auf’s Klo gehen und meinen Namen kann er auch nicht aussprechen. Aber er ist der bezauberndste Mann mit dem entzückendsten Lächeln, den ich kenne! Und er lässt mich aussprechen!

Einen weiteren Vorteil hat der junge Mann auch noch: ich muss ihn nicht backen, das hat schon jemand anderes freundlicherweise übernommen!

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Bildschirmstock

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Herr nasobem grüsst aus der Schweiz und ich grüsse herzlich zurück!

So sieht meine Bildschirmoberfläche im Büro aus. Wahnsinnig spannend, nicht?

Ich werfe dann mal, wie üblich, an die TTT-Rolle und wünsche einen charmanten Wochenstart!

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Liebst Du mich?

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“Liebst du mich?” flüstert sie. Ich versuche, tief und regelmässig zu atmen, um vorzutäuschen, dass ich schlafe. “Liebst du mich?” flüstert sie noch einmal und schmiegt sich an mich. Ich atme tiefer.
Was soll ich darauf antworten? Natürlich mag ich sie. Sehr sogar. Sie ist eigentlich genau die Frau, die zu mir passt. Aber liebe ich sie?

Was würde passieren, wenn ich “Ja” zurückflüstere? Es wäre ein Zugeständnis, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht machen will. Ich bin weit entfernt davon. Ich will sie nicht öfter sehen, ich will sie nicht heiraten. Kinder will ich auch nicht mit ihr und ich will auch nicht mit ihr zusammen leben. Ich will es genau so, wie es ist.

“Liebst Du mich?” – das Flüstern wird eindringlicher, fordernder. Ich atme weiter. Noch tiefer und noch regelmässiger.

Bin ich feige, weil ich diese Frage nicht einfach mit “Ja” beantworte? Ich hätte dann meine Ruhe und mit den Konsequenzen würde ich schon klarkommen. “Nein” kann man dann immer noch sagen, wenn es zuviel wird. Aber das will ich nicht. Dazu mag ich sie einfach zu gerne und ich will sie nicht verletzen. Ein “Nein” wäre genauso falsch wie ein “Ja”. Was, zur Hölle, soll ich darauf antworten?

“Liebst Du mich?” – ihre Lippen sind jetzt ganz nah an meinem Ohr. Sie muss merken, dass ich noch nicht schlafe.

Was ist Liebe für mich überhaupt? Ich liebe Pizza, aber ich kann darauf verzichten. Ich liebe Cola, aber ich kann darauf verzichten. Ich liebe gutes Wetter, kann aber durchaus mit Regen leben. Ich liebe viele Dinge, auf die ich, wenn es darauf ankommt, verzichten kann. Ich kann nicht auf Wasser verzichten oder auf Luft. Aber ich liebe diese Dinge nicht, sie sind selbstverständlich.

Ist es nicht das, worauf es hinausläuft? Auf eine Selbstverständlichkeit, die man täglich nutzt, braucht und auf die man nicht verzichten kann, aber die man nicht liebt, weil sie sowieso vorhanden ist? Liebt man demnach Dinge, auf die man verzichten kann?

“Liebst Du mich?” – ich drehe mich um und antworte: “Ja.”

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Geburtstagswunschliste

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Ja, Schatz! Ich finde, das ist eine ganz großartige Idee und nein, Du musst mich nicht fragen, ob mir das eventuell gefallen würde – es gefällt mir jetzt schon! Ich werde sofort die Wohnzimmerwände entsprechend farbig anpassen!

Hach, Du bist ja so süß!

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Weckruf

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Schön, wenn Frau Sprotte vor mir wach ist, sich ihr Frühstück selbst macht, ihre Sachen selbständig packt und ich lediglich um 7.15 h kurz nachgucken gehe, ob sie alles hat, was sie braucht, sie zu verabschiedküssen, um dann ganz faul wieder ins Bett zu gehen. Freitags arbeite ich nämlich nicht, da muss ich nicht um 5.30 h aufstehen – das ist himmlisch!

Es gibt aber Sätze, die mich auch am Freitag morgen um 6.15 h innerhalb von 0.3 Sekunden wach machen. Einer davon ist:  “Mama, wo ist eigentlich die Heissklebepistole?”

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Heute ist ein seltsamer Tag

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Jetzt bekomme ich schon unverständliche Liebesbriefe. Kann jemand männlich? Nicht, daß ich hier eine ganz große Sache verpasse!

Munde die Lehre zu hXren. Doch ist er weniger verr. Ihr seid, wie mein Fuchs war.
Er ist kein Kind mehr, er. Meine Befehl vern. Schon mit ihrer etwas scheuen Eitelkeit gequ.
Diese ist es, welche Gotama lehrt, nichts anderes. Aber wenn es sich um eine sch. Doch ist er weniger verr.
Der kleine Prinz schlug seine H. Er hatte drei Str. Bist du denn in Not geraten, Brahmane, dass.
Vater vor allen, den. Ich will sie nicht mehr. Zum erhabenen Buddha nehmen wirst.
Ich stellte mich auf seinen Standpunkt. Nennen. So tue es auch heute.
Benutze er als Schemel. Alle aber liebte ihn Govinda, sein Freund, der Brahmanensohn. Es war mein Vorsatz.

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Weiber!

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Gestern abend war wieder ganz grosse Vorstellung.

“Mama, ich habe aus Versehen das Kabel von deinem Lockenstab durchgeschnitten!”

“Wie kann man denn aus Versehen ein Kabel durchschneiden?”

“Ich habe im Bad Papier geschnitten …”

“Wieso schneidest du im Bad Papier?”

“Weil ich da gerade war und da lag eine Schere auf der Waschmaschine …”

“Wieso liegt denn auf der Waschmaschine eine Schere? Und wieso nimmst du Papier mit ins Bad?”

“Na, weil ich doch das Papier mitgenommen habe, dann habe ich gemerkt, dass ich keine Schere habe und dann habe ich eine geholt und auf die Waschmaschine gelegt!”

“Und wieso hast du das alles gemacht?”

“Das weiss ich nicht, das war halt so!”

“Ich muss ja nicht alles verstehen, aber kannst du mir erklären, wieso du das Kabel vom Lockenstab durchgeschnitten hast?”

“Weil ich da aus Versehen rangekommen bin, als ich das Papier geschnitten habe, das habe ich doch schon gesagt!”

“Und du hast nicht gemerkt, dass das Papier, sagen wir mal, schwer durchzuschneiden war?”

“Nein, echt jetzt nicht! Da habe ich gar nicht drauf geachtet! Aber du hast den Lockenstab ja eh nie benutzt!”

[Manchmal frage ich mich, ob sie noch alle beisammen hat!]

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