Archive for November, 2007

Zählrunter

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Wer hört dieses unsägliche Lied in diesem Jahr zuerst? (Nicht klicken, nicht klicken!!!!!)
Ich persönlich tippe ja auf Samstagmorgen. Der 1. Dezember vor dem ersten Advent ist in der Tat ein Grund, Menschen schon ein bisschen früher auf die Nerven zu gehen.

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Pastewka!

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Ich will kein Kind von Dir! Über alles andere können wir allerdings reden.

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Also.

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Wenn die Waschmaschine plötzlich keinen Mucks von sich gibt, obwohl sie gestern einwandfrei gelaufen ist, dann ist sie nicht zwingend kaputt. Es könnte unter Umständen auch einfach daran liegen, dass man morgens vermeintlich den Föhn ausgesteckt hat (der roch plötzlich übel nach verbrannt) und dabei den Stecker der Waschmaschine erwischt hat.

P.S.: Nein, ich habe mich nicht aufgeregt. Nein, ich habe auch nicht geflucht. Und Doppelnein, ich habe die Waschmaschine auch nicht beschimpft. Vorallemnein habe ich mich nicht bereits im Waschsalon unten an der Ecke gesehen und einen Koffer vom Wandschrank gewuchtet. Und nein, ich habe auch nicht gelacht, als Sprotte -hilfsbereit und neugierig wie sie nun mal ist- sagte: “Mama, ist der Stecker vom Föhn nicht der mit dem schwarzen Kabel? Weil der steckt da noch drin!”.

P.P.S.: Ja, ich kam mir unglaublich blöd vor!
Herzlichst.

Adrenalina

Und jetzt gehe ich mir einen neuen Föhn kaufen.

[Bild: knik via Pixelio]

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Tach, Herr Becker!

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Fein, daß Sie sich für den Sport einsetzen. Sehr fein, dass Sie sich für den Kindersport einsetzen. Und noch viel feiner, dass Sie sich für den Schulsport einsetzen. Am allerfeinsten ist es, dass Sie jetzt ein Projekt unterstützen, dass jeder Schule in Deutschland eine “Rote Tonne” bescheren will. Also eine rote Tonne, die einen Haufen Spiel- und Sportzeug beinhaltet, damit die Kinder sich in den Schulpausen bewegen können. Sehr löblich, Herr Becker!

“Kinder wollen sich bewegen!” – “Mir blutet das Herz wenn ich sehe, wieviele übergewichtige Kinder es in Deutschland gibt!” – “Ich werde alles dafür tun, damit jede Schule eine Rote Tonne bekommt!”. Ich bin schwer beeindruckt.

Nicht, dass ich Ihre Bemühungen nicht wertschätzen würde, aber ich sehe da so ein paar kleine Denkfehler.

Viele der Kinder sind nicht übergewichtig, weil sie sich nicht genug bewegen, sondern weil die Nahrungsmittel in Deutschland mittlerweile bis zur Geschmacksverstärkung reduziert sind. Teure Bioprodukte zu kaufen, kann sich das Gros der deutschen Bevölkerung schlicht nicht leisten und selbst da ist nicht immer gewährleistet, dass diese tatsächlich so gesund sind, wie man glaubt.

Die Turnhallen werden während der Pausen nicht geöffnet, damit die Kinder spielen können, weil es zu wenig Aufsichtskräfte für die Pausen gibt und man die Kinder natürlich nicht einer zusätzlichen Verletzungsgefahr aussetzen möchte, kann und auch nicht darf. Das macht, in der Konsequenz, auch die Verwaltung der Spiel- und Sportgeräte der Roten Tonne schwierig bis unmöglich. Natürlich gibt es eine Elternverantwortlichkeit und ich bin sicher, viele Eltern würden diese Aufgabe mit Freude übernehmen, aber das ist alles sehr unzuverlässig. Man arbeitet, das eigene Kind wird krank, man bekommt nicht die Tage frei, die mit anderen Eltern im “Tonnenplan” vereinbart waren etc. etc. Ich sehe das ja schon bei uns sogenannten “Milchmüttern”, die jeden Freitag den Pausenverkauf eigenverantwortlich übernehmen. Mindestens eine ist immer kurzfristig nicht verfügbar.
Nichts gegen Ihre Tonnen, Herr Becker, aber wäre es nicht sinnvoller, wieder vernünftige Schulspeisungen einzuführen?  In den Kantinen der Kindergärten, Ganztagsschulen und Horts ausschliesslich gesundes Essen anzubieten und diesen ewigen Nachtischpudding wegzulassen? Eine Schulküche einzurichten, in der die Kinder einmal in der Woche kochen können, und  Ernährungsunterricht bekommen?

Die Rote Tonne ist sicherlich dann sinnvoll einzusetzen, wenn die Kinder mal wieder eine von vielen Freistunde haben, wegen Lehrerkrankheit oder Lehrerkonferenz oder Mangel an Vertretungskräften, in der sie nur im Klassenzimmer herumlümmeln können, weil sie nicht auf den Schulhof dürfen. Die Aufsichtspflicht und die Verletzungsgefahr. Hatten wir ja schon.

Setzen Sie sich doch nicht nur für die “Hardware” sondern auch für die “Software” ein, auch wenn das aufwendiger ist! Wenn es Ihnen denn so wichtig ist.

Aber Sie haben wohl keine schulpflichtigen Kinder in Deutschland und können die Schulsituation deshalb eventuell nicht wirklich einschätzen.

Nichts für ungut, Herr Becker. Immerhin tun Sie etwas. Wenn auch -meiner Meinung nach- nicht das Richtige und das nicht einmal konsequent. Aber vielleicht zäumen Sie ja Ihr Pferd immer von hinten auf und finden das deshalb normal.
P.S. Ach ja: alles Gute zum Geburtstag.

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Jungenfeindliche Version

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Sprotte sitzt auf dem Sofa, zeichnet ihre Mangas und singt selbstvergessen vor sich hin:

“Wer, wie, was
der, die, das
wieso, weshalb, warum
sind Jungs so dumm?
Viele dumme Jungs, die gibt es überall zu seh’n,
manchmal muss man sie treten, damit sie was versteh’n!”

Diese Weise ist durchaus weise!

Weil wir aber schon bei der Musik sind: sie spielt Gitarre und sie ist ein Mädchen. Die logische Konsequenz ist, dass sie vor ein paar Jahren, als sie damit angefangen hat, die Gitarre mit Stickern versehen hat, die ihr heute natürlich nicht mehr gefallen. Selbstverständlich waren das auch keine normalen kleinen Glitzersticker, sondern Aufkleber für CD`s, die sie hübsch bemalt hat. Aber anscheinend nur relativ hübsch, denn jetzt will sie diese unbedingt weg haben, weil “das so peinlich und hässlich ist und weil ich heute viel schöner male!” Übermalen gilt allerdings nicht, die Dinger müssen einfach nur weg und die Gitarre darf nicht beschädigt werden. Die soll nämlich wieder wie eine “echte” Gitarre aussehen.

Hat irgend jemand eine Ahnung, ob es dafür ein Wundermittel gibt? Mit dem Föhn traue ich mich nicht, weil ich mir sicher bin, dass ich die Politur entweder zum splittern oder zum schmelzen bringe und die klassische Nagellackentfernerwegrubbeltechnik mag ich auch nicht ausprobieren. Damit habe ich schon auf lackierten Türen und Schränken für Unästhetik gesorgt.

Ich platze auch eine Sonderration Bäckchen für den Ratgeber! Mit Liebe!

P.S.: Warum ich es damals nicht verhindert habe? Versucht mal, einer (damals) 9jährigen zu erklären, was ihr in zwei, drei Jahren nicht gefallen wird. Dann reden wir weiter.

[Bild Huber via Pixelio]

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Den ganzen Tag frage ich mich schon,

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warum ich gestern Nacht davon geträumt habe, Ersatz-Teebeutel in meiner Handtasche zu haben. Und mich tatsächlich nach dem Aufwachen, darüber gefreut habe, sie dort nicht zu finden. Obwohl ich sie dort gesucht habe. Nach dem Aufwachen.

[Bild: Knipsermann via Pixelio]

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Lichsprach

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Besonders am späten Nachmittag merke ich, dass der Winter ganz nah ist und damit auch Weihnachten. Die Lichter in den Fenster wirken so gemütlich, man riecht förmlich den Kakao, den Zimt, den sowieso nicht fallenden Schnee und bekommt prophylaktisch eine rote Nase vor Vorfreude auf diese ekelhaft kalt-nasse Jahreszeit. Jaja, man mag es nicht glauben, aber auch ich habe ein Herz!

Vor ein paar Tagen war wieder so ein Moment. Wir liefen gerade die ruhige Seitenstrasse in Richtung nach Hause, es war fast dunkel und alles wieder so grauenhaft romantisch und ruhig.

“Was meinst du? Sollten wir nicht mal langsam mit dem Bäckchen platzen anfangen?”

“Hihihihihihihihihi!”

“Wieso lachst du so albern?”

“Soll ich jetzt pupsen? Hihihihihihihi!”

Diesem Kind fehlt wirklich jegliches feine Gefühl!

[Bild: lena2201 via Pixelio]

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W-o-o-o-w!

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Sack. Reis. China.

Mann, Hoffischnurzel – geh mal lieber wieder schwimmen!

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Blei auf seiner Haut

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Heute abend war es wieder soweit. Er spürte es! Den ganzen Tag hatte er aufregende Dinge erlebt, interessante Menschen getroffen, tiefe Gespräche geführt und neue Eindrücke aufgesaugt. Das Leben war wundervoll und ereignisreich, er war damit zufrieden, mehr als zufrieden – er war glücklich!

Aber es gab eben Tage, da war auch sein Füllhorn am Überlaufen und er brauchte dann ein Ventil, irgend jemand oder etwas, dem er sich mitteilen konnte. Der sein Erlebtes positiv reflektieren, aber auch mit sanfter Kritik nicht sparen würde. Er lebte seit einigen Jahren alleine. Nicht, weil er sich das so ausgesucht hatte – na ja, eigentlich hatte er es sich genau so ausgesucht. Sie wollte nicht, wie er wollte, ein Jahr ergab das andere, irgendwann ergaben sich keine Worte mehr und so beschloss man, sich im Bösen zu trennen, ohne das Gute aus den Augen zu verlieren. Aber so ist eben das Leben: wie eine Pralinenschachtel – man weiss nie, was man kriegt. Er musste immer lächeln, wenn er an dieses Filmzitat dachte. Er liebte diesen Film, denn er konnte sich nur allzu gut mit dem Hauptdarsteller Forrest identifizieren. Sie waren schliesslich beide hochintelligent, beide unverstanden, beide mit aussergewöhnlichen Talenten gesegnet und beide im Grunde ihres Herzens einsam, aber stark.

Heute allerdings, heute wollte er sich endlich mal wieder um sich selbst, seine Gedanken, seine Gefühle, Empfindungen und Emotionen kümmern. Es sollte einfach heute abend nur um ihn gehen und sonst um niemanden!

Er schlüpfte in bequemere Sachen, dimmte das Licht, zog die Gardinen zu, zündete einige Kerzen an, legte sanften Jazz auf und sah sich zufrieden um. Ja, das war genau das richtige Ambiente! Er rückte seinen Notizblock und seinen Bleistift zurecht und fuhr seinen Computer hoch. Dann schenkte er sich genüsslich Rotwein in ein grosses bauchiges Glas ein und setzte sich an den Wohnzimmertisch.

Es fiel ihm nicht schwer, sich zu konzentrieren. Er schrieb, wie immer, einfach ins Unreine darauf los. Seine Lesebrille hatte er mittlerweile in die Stirn geschoben um nichts zwischen sich und das handgeschriebene Wort kommen zu lassen. So war das einfach viel authentischer und natürlicher. Ab und an überlegte er kurz, lehnte sich in seinem Stuhl zurück, kratzte sich mit dem Bleistift grüblerisch hinter dem Ohr und nahm geniesserisch einen Schluck seines Rotweines. Er liebte das Gefühl der Minenspitze auf seiner Haut. Am Anfang noch spitz und unsolidarisch, geradezu kratzbürstig, wurde sie im Laufe der Buchstaben immer weicher, runder und anschmiegsamer. Er war eben noch ein Schreiber der alten Garde und mochte ungerne am Computer tippen, das war ihm viel zu unpersönlich. Aber es war ihm schon klar, daß er mit den Zeiten der elektronischen Datenverbreitung gehen musste.

Endlich war er mit der Vorabschrift fertig. Jetzt kam der eher ungemütliche Teil: er musste alles fein säuberlich abtippen. Das Tippen war nicht das Problem, das Problem war, dass er während des Abschreibens immer wieder neue kreative Schübe bekam. Der eine Satz gefiel ihm nicht, das andere Wort musste ersetzt werden. Er war erst dann zufrieden, wenn alles homogen, rund, schlüssig und flüssig –also perfekt- war.

Heute war wieder einer der Abende, wo ihm eine bestimmte von ihm vorformulierte Zustandsbeschreibung nicht gefiel. Sie war zu unausgereift, zu kindisch, zu vulgär – sie passte einfach nicht zu dem ansonsten recht gefühlvollen Text.

Er lehnte sich wieder zurück in seinen Stuhl, kratzte sich anregend mit der runden Mine hinter dem Ohr und dachte nach. Plötzlich erhellte sich sein Gesicht! Ihm war etwas eingefallen, ohne das Reimlexikon oder den Duden zu Rate ziehen zu müssen. Ihm ganz alleine! Aufgeregt rutschte er die Brille auf die Nasenspitze, klemmte sich den Bleistift hinter das Ohr und tippte:

„V E R F I C K T E    S C H E I S S E!“

[Bild U. Herbert via Pixelio]

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Ich muss dringend meinen Führerschein machen!

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Klingt das jetzt sehr verzweifelt?

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