
Wie jeden Samstag in der vergangenen Adventszeit, musste ich zweimal täglich die Weihnachtsparade mitbetreuen. D.h.: ich lief die ganze Zeit vor den Weihnachtsmännern, bzw. -frauen und hinter dem Orchesterwagen und achtete darauf, dass alles gut läuft. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Das waren jeweils 2 Stunden mit einer kleinen Pause. Und manchmal reichte die Pause eben nicht für das Nötigste. In diesem Fall war es ein ganz normales Bedürfnis. Ich rief also eine Kollegin herbei, die mich kurz vertreten sollte, da wir gerade an der Europapassage waren. Das Gute an der Passage ist: man geht am Ballindamm rein und kommt an der Mönckebergstrasse wieder heraus. Oder umgekehrt. Das Schlechte an der Passage ist: sie ist einfach viel zu groß.
Aber das ist in dem Fall nicht wirklich schlimm gewesen, ich lief nämlich geradezu auf einen Informationspunkt (”Info-Point” für nur-deutschsprachige). Ich fragte also die nette Dame, wo denn die Kundenerleichterungen zu finden wären. Sie lächelte freundlich zurück und antwortete: “Die Rolltreppe hoch und dann rechter Hand neben vor der Sportbar!” Und machte eine ausladende Bewegung – mit dem linken Arm. So weit, so gut. Ich kenne das “andere” links bzw. rechts ja selbst sehr gut. Allerdings ist mir so ein Fall noch nicht untergekommen.
Gehe ich nämlich davon aus, dass sie mit “links” das richtige “rechts” gemeint hat, ist alles gut. Dann gehe ich nach der Rolltreppe rechts. Gehe ich davon aus, dass sie mit “rechts” das richtige “links” gemeint hat, ist auch alles gut. Dann gehe ich nach der Rolltreppe rechts. Gehe ich davon aus, dass sie mit “links” das richtige “links” gemeint hat … nein, ich rede das jetzt nicht schön.
Was macht man aber, wenn man sowohl das richtige als auch das optionale falsche rechts und links hat? Wo geht man dann hin? Falsch links, richtig rechts oder umgekehrt?
Ich entschloss mich, einfach mal die Rolltreppe hochzufahren und dann nachzusehen, wo die Sportbar ist. Ich fahre also die Rolltreppe hoch und gucke. Und sehe wahnsinnig viele Geschäfte, aber keine Sportbar. Es wird langsam dringend. Und ich muss auch so schnell wie möglich zurück zur Parade. Ich gucke auf das Rolltreppeninformationsschild – keine Sportbar. Ich gehe zu der am nächsten gelegenen Bar und frage nach einer Sportbar – “So etwas haben wir hier nicht, oder die ist mir noch nicht aufgefallen!” Klasse!
Ich gucke noch einmal ganz genau auf das Rolltreppeninformationsschild – keine Sportbar. Allerdings fällt mir ein, daß ich genauso gut nach den Kundenerleichterungen gucken könnte. Und siehe da! Die gibt es tatsächlich! Und auch wirklich hier im ersten Stock! Ich präge mir den Weg noch einmal genau ein, gehe links oder rechts an der Rolltreppe vorbei, komme an kleinen Restaurants und Geschäften und vielen Pflanzen vorbei und da bin ich schon!
Nachdem ich wieder aus den Erleichterungsräumen herauskomme möchte ich aber doch wissen, was es mit dieser ominösen Sportbar auf sich hat. Ich sehe mich also um und entdecke eine Bar auf der linken oder rechten Seite und auf der anderen Seite das, was ich mir gleich hätte denken können: ein Schuhgeschäft für Sportschuhe!
Mann! Frau! Sag’ doch gleich “Turnschuhgeschäft irgendwo da oben”!
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