
1. Dem Kind das Funktelefon wegnehmen.
Trotz straffem Wochenendplan (”Dein Zimmer sieht unmöglich aus – die Fenster müssen geputzt werden – meine Güte, brauchst du diesen ganzen Zeitschriftenmüll wirklich – neiiiin, du hast keine Putzmittelallergie – ja, ich weiss, viele Kinder haben das, aber du eben nicht! Und letzte Woche hattest Du sich auch nicht! – Nein, ich glaube nur bedingt an Spontankrankheiten!) gibt es immer noch Möglichkeit der Intervention durch dieses Teufelswerk. Und ihrer Schergen. Man steht im Supermarkt vor dem Kühlfach und überlegt, was man wirklich braucht und was lediglich der Verschimmelung zum Opfer fallen wird.
Plötzlich vermisst man das halbwüchsige Kind. Gerade noch hat es gemault, weil man genervt alle Einkaufswünsche abgeschmettert hat. Für genau die Produkte, für die man das sowieso immer tut. (Ab wann mögen Kinder keine Überraschungseier oder schlimme milch- bzw. fruchtgeschüttelte Getränke nicht mehr?) Plötzlich ist es weg. Und plötzlich steht es wieder vor einem und sagt: “Ich kann heute echt nicht mit dir putzen. Franzi hat mich gerade angerufen, dass Anna gerade angerufen hat und dass sie mich gerade angerufen hat und ich war nicht da und dass sie in den Stadtpark gehen wollen, um Ball zu spielen und ich habe einen Ball und die beiden haben gar keinen und deshalb muss ich mich mit ihnen treffen! Sonst können die ja gar nicht spielen! Ich MUSS dahin, Franzi hat mich zuhause nicht erreicht, weil wir ja unterwegs sind!”
Vorwurfsvolle Augen sehen mich an. Bambiaugen sehen mich an. Selbstverständlich habe ich Mitleid mit Anna und Franzi! Man kann nicht ohne Ball, Ball spielen.
Ich bin in Regeln nicht gut.
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[via/http://www.pixelio.de/Christiane W.]
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