
Donnerstag:
1. Anruf vom Kind. Ihr Expander -mit dem sie ihren Schulranzen fixiert, wenn ich dabei bin- ist irgendwie in die Speichen gekommen. Sie kann nicht weiterfahren. Kein Thema. Fahrrad abstellen, mit dem Bus weiterfahren und auf dem Rückweg das Fahrrad zum Fahrradman bringen und ein bisschen erblassen. Der Expander hat die Schaltung geschreddert. Sie ist aber nicht schuld. Sie hat den Expander halt mal “so” hängen lassen, weil der Schulranzen sowieso durch den Atlas schwer war. Logisch.
2. Anruf vom Kind: sie hat sich ausgeschlossen. Sie hat den Postboten gehört und wollte die Post holen “damit du das nicht machen musst”. Haha. Das hat natürlich nichts mit ihren Brieffreunden zu tun. Sie geht aus der Wohnung und BUMMS!! Die Tür ist zugeknallt und ihr Schlüssel steckt von innen, damit die Katzen, die Türen öffnen können, nicht rauslaufen. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich ihr 100.000 Mal schon gepredigt habe, niemals ohne Hausschlüssel die Wohnung zu verlassen weil nämlich die Wohnungstür schnell zuschlagen kann.
3. Was der Schlüsseldienst gekostet hat, den ich angerufen habe, nachdem ich alles ausprobiert habe, was nur geht (McGyver ist ein totaler Lügner!!!) ist unwichtig. Da meine EC-Karte allerdings noch unterwegs ist (Zigarettenautomat und auch noch der regionale Post-Streik) mussten die Unglücksrabin und ich auf die Bank mit dem Sparbuch.
4. Vor der Kasse standen vier Leute. Ein Leut war eine ältere Frau. Das nächste Leut war eine ältere Frau. Die beiden letzten Leute vor uns packten plötzlich Geldtaschen mit vielen, vielen Scheinen aus. Unsortiert. Sie wollten Kleingeld.
5. Wir gehen zum Kiosk an der Ecke, da kaufe ich immer meine Zigaretten. Während der Kioskbesitzer seinen Neffen anlernt und ihm zeigt, was eine “Lucky Big Box ist” , macht es auch einmal KRACH!!!!!!!!!!. Madame hat sich auf die Sperrholzplatte, die als Taschenablage gedacht ist, gesetzt. Platte und Kind liegen auf dem Boden. Meine Nerven liegen blank.
6. Nach Einigung mit dem Kioskbesitzer gehen wir weiter zu dem Supermarkt. Ich weiss nicht, was ich tun soll: hysterisch lachen oder hysterisch heulen. Oder einfach nur hysterisch werden. An der Supermarktkasse: Von der alten Frau mit dem Kleingeld, über eine volle Bonrolle bis zu “Herr Wagner, was kostet der Blumenkohl??” – es war alles im Überfluss dabei.
7. Wir kommen zuhause an. Ich blicke mein schuldbewusstes Kind und sage: “Na, mehr kannst du heute unmöglich anstellen!” Sie gibt mir ein Küsschen und bietet freiwillig an, die Spülmaschine auszuräumen. Gerne doch! Sie geht in die Küche, macht das Licht – es knallt und zischt: die Deckenleuchte ist durchgeknallt. Ich sage nur: Altbau und Höhenangst.
Jetzt ist es Freitag morgen, 8.45 h MEZ. Noch ist nichts passiert.
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