Archive for April, 2008

Herzlichen Glückwunsch, Internet!

Heute wirst Du 15 Jahre alt!
Mir ist, als wäre es erst gestern gewesen, als ich Dich noch mit einem Modem grossziehen musste. Was hast Du da gefiept und gerauscht – und an Durchschlafen war auch nicht zu denken!
Deine Schrift auf dem kleinen Bildschirm meines Koffer-Compaq war noch ganz orange und Bilder konntest Du damals darauf noch nicht. Das war so niedlich!
Aber seitdem ist viel Zeit vergangen und ich bin sehr stolz zu sehen, was aus Dir geworden ist. Du hast Dich prächtig entwickelt und machst mir wirklich sehr viel Freude! Ich habe Dich sehr lieb!

Aber Du musst jetzt auch mal langsam anfangen, erwachsen zu werden! Ich weiss, das ist nicht leicht. So eine Pubertät ist recht anstrengend, ich kann mich da noch gut an meine erinnern. Aber sieh’ es einfach positiv: das Fensterln wirst Du nie verlernen und die Aknenarben verheilen auch mit der Zeit.
Du solltest Dir allerdings Deine Freunde etwas sorgfältiger aussuchen. Schau: nicht jeder, der lieb mit Dir tut, meint es auch so!

Also, liebes Internet – feiere schön und ausgelassen und bleib’ so, wie Du bist! Und nein, Du musst nicht ausziehen, wenn Du 18 bist. Du kannst hier wohnen bleiben, solange Du willst! Nur über den Unterhalt müssen wir dann mal sprechen.

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Klugscheisserin

“Welche Hausaufgaben hast du heute auf?”
“Nur Englisch, das mache ich mit links.”

Gut, Frau Sprotte hat eine glatte Eins in diesem Fach aber trotzdem – wehret den Anfängen der arroganten Lorbeerblatterei! Es sind nicht Wenige daran gescheitert, sich für zu schlau zu halten.

“Machst du sie bitte sofort?”
“Nö, muss ich nicht. Kann ich morgen in der Pause machen, weil ich total gut in Englisch bin!”

Da sie die Pubertät begeistert erwartet “bald bin ich dreizehn, dreizehn, dreizehn!” habe ich beschlossen, erwachsen zu handeln.

“Ich spiele dir jetzt etwas vor und wenn du das übersetzen kannst, ist es mir egal, wann du die Hausaufgaben machst!”

Sie ist wirklich eine faire Verliererin. Sie konnte “Robin” nicht übersetzen und die Hausaufgaben sind, natürlich, jetzt fertig.

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Liebe ist in der Luft!

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Ich kann es mir nicht satt hören

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Meine neue Haushaltshilfe

Ich war diese Woche Mutter-Mutter. Das heisst, ich habe mir absichtlich eine Woche Urlaub in der Schulzeit genommen, damit mein Kind auch einmal in den Genuss einer mit dem Mittagessen auf sie wartenden Mutter kommt. Findet sie toll. Finde ich auch.

Heute habe ich mich allerdings etwas verzettelt und als Sam nach Hause kam, hatte ich noch nicht einmal angefangen.

Ich fing dann also mit meinem gesunden Mittagessen an. Hühnerbrust natur an frischem Gemüse aus dem Wok. Es lief alles gut, bis mir einfiel, dass ich heute vormittag vergessen habe, Salz zu kaufen.

Dazu muss man wissen, dass ich unendlich viele Salze (Sälze?) habe, weil ich Supermarktsälze (Salzpackungen) mag und sammle. Allerdings auch benutze. Ich brauche keine ausgefallenen Souvenirs als Mitbringsel – mir reicht eine Packung Salz aus dem Supermarkt. Aber alle Behältnisse waren leer!

Trotzdem hatte ich im Hinterkopf, dass ich noch Salz haben müsste, weil sonst wüsste ich es ja. Also dass ich keines habe.

Ich motze vor mich hin, während ich die gesamte Küche durchwühle und -suche, da erscheint das Kind und spricht: “Wir haben doch noch Salz, stell’ dich nicht so an und reg’ dich ab!”
“Ach ja, und wo soll das sein?”
“In der Zuckerdose!”
“Und wie kommt das dahin?” Ich setze prophylaktisch meinen Mutterblick auf.
“Weil du den Zucker in das blaue Glasteil gekippt hast, das du in dem einen Café am Grindel geklaut hast, weil,” sie äfft mich -natürlich total unnatürlich- nach, ” ‘das so hübsch ist!’ und du einen Platz für das normale Salz gesucht hast, das nicht in so komischen Packungen ist!”

Ich muss mal ein bisschen mehr im Hinterkopf behalten. Ein vieles bisschen mehr.

Da fällt mir eines ein: Ägypten?

[Bild: Mathias]

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Tach, ich bin die Medalie-Joy!

Ich suche auf diesem Weg den Mann einer Frau, der sich mit ihr langweilt und für neue Ufer aufrichtig ist.

Ich bin total selbständig, weil ich noch gebunden bin, aber das ist ja kein Hindernis, weil wo die Liebe hinfällt und so.

Ich biete: totale, aber sowas von totale Ehrlichkeit, Treue und Liebe und Sportlichkeit. Ich nehme regelmässig an Sportveranstaltungen teil und denke mir immer, wie sexy ich aussehen würde, wenn ich nicht nur vom Sofa aus zusehen würde. Aber ich bin da sehr fair und nicht neidisch.

Bei mir bekommt man auch Beziehungsspannung. Und – ich kann kochen!

Ich suche: einen total ehrlichen Mann, der mich so nimmt, wie ich ihm erzähle. Gerne darf er seine Frau belügen, wenn es denn die wahre Liebe zwischen uns wird, weil ich das ja verstehe. Referenzen sind willkommen, falls ich meine Freundinnen nicht im Vorfeld diesbezüglich ausfragen kann.

Zuschriften bitte an: Chiffre 6969

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Wenn isch gros bin …

… dan werdisch Gollumnist und schreie über die gansen dollen Sachen alles so auf die wo mir so basieren thun an so jedm Doug. Ischwerd dan voll der profisorische Berufschreier und mache dan gans taff viel Kole damit!

Dan kaufisch krass fiel Komatöse davon und zwah goldene und nischt von der Stange! Dan könnense alle naddisch sein die wo mir jets das nicht glaum wolln thun!

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Äh ist zeh hoch mal Zwei

Ich habe heute viel gelernt. Wie z.B. die richtige Anwendung der Relativitätstheorie:

Es ist ganz einfach: ein Haar in der Suppe ist relativ wenig. Drei Haare in der Suppe sind relativ viel. Ungeachtet der Tatsache, dass lange Suppenhaare zusätzlich auch noch ekelhafter als kurze Suppenhaare sind, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß sich das eine Suppenhaar durch Löffelberührung oder Besprechung eventuell teilen könnte um ca. 80 %, wenn man nicht daran denkt, den Strohhalm vorher durch eine Seife zu ziehen.

Ich mag keine Haare in Lebensmitteln. Ich mag mir auch nicht ausrechnen müssen, ab wann ein Haar sich spaltet und somit zu einem Problem werden könnte. Schliesslich sind es ja nicht meine Haare, die in einem Suppenteller herumschwimmen. Abgesehen davon: ich mag auch keine Suppen.

Also wende ich dieses relativ hohe Risiko ab, indem bei mir ab sofort Badekappenzwang herrscht. Sollte also jemand auf die seltsame Idee kommen sich mir oder einem meiner Teller zu nähern, empfehle ich ihm, dies nur mit einer Badekappe zu tun!

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Immer wenn man denkt, es geht nicht blöder …

Donnerstag:

1. Anruf vom Kind. Ihr Expander -mit dem sie ihren Schulranzen fixiert, wenn ich dabei bin- ist irgendwie in die Speichen gekommen. Sie kann nicht weiterfahren. Kein Thema. Fahrrad abstellen, mit dem Bus weiterfahren und auf dem Rückweg das Fahrrad zum Fahrradman bringen und ein bisschen erblassen. Der Expander hat die Schaltung geschreddert. Sie ist aber nicht schuld. Sie hat den Expander halt mal “so” hängen lassen, weil der Schulranzen sowieso durch den Atlas schwer war. Logisch.

2. Anruf vom Kind: sie hat sich ausgeschlossen. Sie hat den Postboten gehört und wollte die Post holen “damit du das nicht machen musst”. Haha. Das hat natürlich nichts mit ihren Brieffreunden zu tun. Sie geht aus der Wohnung und BUMMS!! Die Tür ist zugeknallt und ihr Schlüssel steckt von innen, damit die Katzen, die Türen öffnen können, nicht rauslaufen. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich ihr 100.000 Mal schon gepredigt habe, niemals ohne Hausschlüssel die Wohnung zu verlassen weil nämlich die Wohnungstür schnell zuschlagen kann.

3. Was der Schlüsseldienst gekostet hat, den ich angerufen habe, nachdem ich alles ausprobiert habe, was nur geht (McGyver ist ein totaler Lügner!!!) ist unwichtig. Da meine EC-Karte allerdings noch unterwegs ist (Zigarettenautomat und auch noch der regionale Post-Streik) mussten die Unglücksrabin und ich auf die Bank mit dem Sparbuch.

4. Vor der Kasse standen vier Leute. Ein Leut war eine ältere Frau. Das nächste Leut war eine ältere Frau. Die beiden letzten Leute vor uns packten plötzlich Geldtaschen mit vielen, vielen Scheinen aus. Unsortiert. Sie wollten Kleingeld.

5. Wir gehen zum Kiosk an der Ecke, da kaufe ich immer meine Zigaretten. Während der Kioskbesitzer seinen Neffen anlernt und ihm zeigt, was eine “Lucky Big Box ist” , macht es auch einmal KRACH!!!!!!!!!!. Madame hat sich auf die Sperrholzplatte, die als Taschenablage gedacht ist, gesetzt. Platte und Kind liegen auf dem Boden. Meine Nerven liegen blank.

6. Nach Einigung mit dem Kioskbesitzer gehen wir weiter zu dem Supermarkt. Ich weiss nicht, was ich tun soll: hysterisch lachen oder hysterisch heulen. Oder einfach nur hysterisch werden. An der Supermarktkasse: Von der alten Frau mit dem Kleingeld, über eine volle Bonrolle bis zu “Herr Wagner, was kostet der Blumenkohl??” – es war alles im Überfluss dabei.

7. Wir kommen zuhause an. Ich blicke mein schuldbewusstes Kind und sage: “Na, mehr kannst du heute unmöglich anstellen!” Sie gibt mir ein Küsschen und bietet freiwillig an, die Spülmaschine auszuräumen. Gerne doch! Sie geht in die Küche, macht das Licht – es knallt und zischt: die Deckenleuchte ist durchgeknallt. Ich sage nur: Altbau und Höhenangst.

Jetzt ist es Freitag morgen, 8.45 h MEZ. Noch ist nichts passiert.

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Hey, hey!

“Hey, hey, Wickie, hey Wickie hey, sieh fest das Segel ahaaaan …”, singt das kleine Mädchen im Bus mir gegenüber.
“Das heisst zieht und nicht sieht, du Doof!”, wird sie von einem etwas älterem Jungen korrigiert. Sicherlich ihr Bruder, charmant wie er ist.
“Nein, das heisst ’sieht’! Das weiss ich ganz genau! Selber doof!”
“Nein, das heisst ‘zieht’, wieso sollte Wickie denn ein Segel ansehen? Das ist doch voll blöd!”
“Und wieso sollte er ein Segel anziehen? Das ist doch viel zu gross für ihn! Das ist noch blöder!”
“Mann, bist du dumm! Er zieht es an und nicht an! Es heisst auf jeden Fall ‘zieh’ und nicht ’sieh!”
“Gar nicht! Selbst dumm!”
“Wohoool! Zweimal dumm!”
“Dreimal dumm!”
“Immer soviel dumm nochmal!”
“Selber, selber sagen alle Kälber! Hühnerstall! Hühnerstall!”

Der Bus erreicht die Haltestelle, an der ich aussteigen muss. Ich stehe auf, sehe die beiden Streithähne freundlich an und sage: “Wusstet ihr, dass Wickie eigentlich ein Mädchen ist?”

Schade, dass ich nicht weiter zuhören konnte. Echt schade.

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