Archive for the 'Offene Briefe' Category

Liebe Brigitte,

brigitte

mann, da habt Ihr ja eine richtige Kuh gelandet! Als erstes Modemagazin der Welt werdet Ihr also ab 2010 keine dürren Models mehr ablichten sondern “ganz normale” Frauen. Also die ganz normalen Frauen, die seit Jahrzehnten Eure Diät-Bücher und -Beutel kaufen, damit sie irgendwann mal so aussehen, wie die dürren Models, die Ihr seit Jahrzehnten abbildet und dafür teuer bezahlt. Diese ganz normalen Frauen, die sich trotz Bücher und Diäten trotzdem nicht die Tweed-Hot-Pants über die blickdicht bestrumpfhosten Hüften spannen können, denen keine Häkelbikinis stehen und die in einem Lederbolero aussehen wie eine Litfaßsäule ohne Säule.

Mit Photoshop habt Ihr auch schon Models runder gemacht, habe ich gelesen, weil sie zu dünn waren. Respekt. Man hätte zwar auch gleich mit einem Model für Übergrössen arbeiten können (also Grösse 38), aber wenn man schon einen Computer hat, kann man ihn ja auch benutzen, stimmt schon.
Und damit alles ganz normal bleibt, muss man ja auch im Gesicht nichts mehr retuschieren, kein Doppelkinn, keine Pickel, keine Falten. Und mit Sicherheit werden die abfotografierten ganz normalen Frauen auch deutlich über dem Durchschnittsalter der momentanen Dürren liegen. Wer braucht schon 18jährige schlanke Models, wenn man dafür auch 40jähriges Moppels haben kann? Sogar für einen Bruchteil des Preises?

Ich finde das ganz, ganz dufte von Euch, liebe Brigitte und freue mich schon auf die neue Serien, die mit Sicherheit zeitnah geschaltet werden, weil das ja auch ganz normal ist: “Sahnetörtchen für alle Tage – bereuen war gestern!” – “Kernseife tut es auch” – “Wer braucht schon einen Spiegel?” – “Total normal – jeder kann ein Model sein!”

Hach, wenn Ihr es nicht heute bereits getan hättet, würde ich mir jetzt glatt selbst die Augen auswischen. Herzlichen Dank dafür!

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Du hungriger Hugo, du!

hungriger hugo

Aber natürlich habe ich bemerkt, wie Du mich bemerkt hast, auch wenn ich gerade mit meinem Freund ganz glücklich war. Es war mir auch kein bisschen unangenehm, dass Du mich die ganze Zeit so angestarrt hast, Du Unverschämling, hihi! Gut, dass mein Freund, mit dem ich so glücklich bin, nichts gemerkt hat, der hätte Dich bestimmt ganz dolle verhauen!

Ich finde Dich ja auch echt niedlich, Hugo, vor allem weil ich auf Männer stehe, die den Frauen total deutlich zeigen, wo in der Höhle das Mammut hängt! Ach, ich stehe sowieso total auf Männer, die auf mich stehen, und wenn die auch noch auf meinen Freund stehen, mit dem ich total glücklich bin, dann ist das fast so erotisch wie eine Dauerwelle!

Du, Hugo, das mit den zwei lauschigen Tagen im Oktober finde ich ein bisschen langfristig und langweilig. Was hältst Du von vier heissen Tagen im August? Da haben mein Freund, mit dem ich total glücklich bin, und ich noch Resturlaub und da können wir bestimmt richtig einen drauf machen. Oder drunter!

Hugo, ich sag’ mal: Du bist!

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Lieber Christian,

es freut mich sehr zu sehen, dass Du endlich genesen bist und Dich mit der Dir eigenen Sachlichkeit, Distanz und Kompetenz der Politik widmest. Du kettest Dich auch bestimmt nicht mehr nackt an irgendwelche Tore oder haust im Fernsehen Eier auf den Kopf des Stechers Deiner Exfreundin, gelle? Das waren nur Bubenzipfelstreiche und jetzt bist Du ja erwachsen. Das hat zwar ein paar Jährchen gedauert, aber das ist ja auch kein Wunder, wenn man sein halbes Leben in einem Zug nach Nirgendwo verbringt. Ich bin da ganz bei Dir!

Schön, dass Du wieder da bist und ganz, ganz, ganz liebe Grüsse!

P.S.: Ach ja: gut siehst Du aus!

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Tach, Ernie!

bff

Ich verstehe Dich einfach nicht! Seit Jahren gehen wir gemeinsam durch dick und dünn, vertrauen uns gegenseitig unsere Sorgen und Nöte an und teilen natürlich auch die schönen Dinge miteinander. Naja, ich teile mehr als Du, weil mir einfach viel schönere Sachen passieren als Dir. Aber ich habe das immer, immer gerne gemacht!

Wie war das denn zum Beispiel damals, als ich umgezogen bin, hm? Erinnerst Du Dich noch? Genau: Du durftest den Transporter aussuchen, ihn fahren und auch noch ein paar Freunde zum Kartonschleppen einladen! Ich habe Dich an dieser tollen Erfahrung eines neuen Lebensabschnittes teilhaben lassen und hatte dann sowieso die meiste Arbeit, weil ich Euch je ein Brötchen geschmiert habe, obwohl ich Euch die ganze Zeit erklären musste, wo die Kartons und Möbel hin sollen!

Und damals, als ich den Stress mit dem Gerti und dem Philipp und dann auch mit dem Jan hatte! Habe ich Dich da nicht jeden Abend angerufen und stundenlang mit Dir darüber gesprochen? Habe ich Dich da nicht auch an meinem Leben teilhaben lassen, sogar an einem ganz privaten Teil davon? Siehst Du, Ernie, ich war immer für Dich da!

Auch als wir den Urlaub damals nach Griechenland geplant haben. Wir haben uns so darauf gefreut, endlich mal zwei Wochen Ladoltschefarniente zu machen, mal so völlig aus dem Alltag gelöst. Und habe ich den Urlaub nicht dadurch bereichert, dass ich den Knufti eingeladen habe, mitzukommen? Nur für den Fall, dass Du auch mal etwas alleine machen möchtest und dann kein schlechtes Gewissen haben musstest, dass Du mich alleine lässt. Und Dein Auto ist ja gross genug.

Das alles, Ernie, das alles habe ich für Dich getan, nur für Dich! Das hätte ich niemals für einen anderen getan! Und jetzt kommst Du mir mit so einem Müll von wegen Du hättest Dir auf Dauer mehr versprochen und auch mehr Zärtlichkeiten hättest Du erwartet und überhaupt. Mann, Ernie! Wir haben so oft miteinander gekuschelt, wenn ich Kummer hatte und Du durftest mir sogar über den Kopf streicheln! An Sex mit Dir habe ich nie gedacht, Ernie, denn das hätte unsere Freundschaft kaputt gemacht und das wollte ich nicht, weil Du mir viel zu wichtig gewesen bist, als mein bester Freund. Du bist mir einfach viel zu wertvoll für ein paar Nächte animalischen und schmutzigen Sex gewesen. Das was wir hatten, Ernie, das war viel, viel bedeutender! Schade, dass Du das nicht so siehst.

Und genau deshalb macht mich Dein doofer Spruch von wegen “ich möchte den Kontakt zu Dir abbrechen, weil ich mich total ausgenutzt fühle” nicht nur traurig, sondern auch total wütend! Und deshalb tut es mir leid Dir sagen zu müssen, Ernie, dass ich den Kontakt zu Dir abbreche, weil ich echt so unglaublich von Deiner Undankbarkeit enttäuscht bin. Das habe ich nicht verdient! Nicht nach allem, was ich für Dich, für uns, getan habe!

Das wollte ich Dir einfach mal gesagt haben.

Viele Grüsse

Lindi

P.S.: Am Wochenende wollte ich das Schlafzimmer streichen. Dabei hätten wir wieder viel Spass haben können, aber dann wirst Du wohl darauf verzichten müssen. Selbst schuld, Ernie, kann ich dazu nur sagen, selbst schuld!


Danke für diesen Link!

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Nicht wirklich

claudia

Hallo Thomas (Stefan? Thorsten? Günther?),

leider habe ich Deinen Namen vergessen. Ich kann mich aber noch wirklich gut an Dich erinnern. Du bist doch der Typ, der mich den ganzen Abend lang vollgequatscht hat, richtig? Über Dein Haus, Dein Auto, Dein Pferd, Deinen Hund, Deine Ex und so weiter und so weiter. Unter einer “wirklich schönen Unterhaltung” stelle ich mir allerdings etwas anderes vor. Irgendwie kam ich nicht wirklich zu Wort. Aber es freut mich, dass es Dir wirklich gefallen hat! Und es freut mich auch total wirklich, dass ich Dir nicht wirklich aus dem Kopf gehe. Das zeigt ja, dass darin doch wirklich mehr ist, als nur Du selbst. Du bist wirklich auf einem guten Weg, Thomas (Stefan? Thorsten? Günther?) – weiter so! Wirklich!

Viele Grüsse

Claudia

P.S.: Nur mal so am Rande – wenn eine Frau Dich wiedersehen möchte, weil sie einen wirklich schönen Abend und eine tolle Unterhaltung hatte, wird sie Dich ganz von alleine nach Deiner Telefonnummer fragen. Wenn sie das nicht tut, dann bist Du wohl nicht wirklich ihr Typ. Wirklich nicht.

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Lieber Heiner,

thymian

dies ist nun der fünfte Brief, den ich Dir seit unserer Trennung vor drei Tagen schreibe und ich hoffe, dass Du diesen hier endlich beantworten wirst.

Ich habe viel über unsere einwöchige Beziehung nachgedacht und ich glaube, ich verstehe Dein Handeln immer besser.

Dass Du mich z.B. aus Deiner Wohnung geworfen hast, als ich Dir meine Temperaturkurve geben wollte, das kann ich jetzt nachvollziehen. Ich hätte vorher mit Dir einen Termin diesbezüglich vereinbaren sollen. Es war einfach ein sehr ungünstiger Zeitpunkt, um Dich mit meiner Empfängnislyrik zu überraschen. Ausserdem hätte ich ja auch bis nach meinem Lyriktermin warten können, da wollte ich sowieso Deine Grundeinstellung zur Verhütung diskutieren. Es tut mir sehr leid, Heiner, dass ich Dich damit überrumpelt habe. Ich hätte wissen müssen, dass Du mit so einer Situation total überfordert sein musst.

Ich habe das schon gemerkt, als ich Dich gebeten habe mich zu einem Chortermin, der mir total wichtig ist, weil ich auch in einer Beziehung eigene Interessen pflegen möchte und auch muss, zu begleiten. Du hast so getan, als hättest Du etwas anderes vor, aber mir war schon klar, dass Du Angst hattest, als mein Anhängsel zu gelten. Mensch, Heiner! Wieso hast Du denn nichts gesagt? Dann hätten wir darüber diskutieren können, wie wir uns in Zukunft gegenseitig bei so sozialen Terminen vorstellen sollen.

Auch dass Du Dich nach einer Woche von mir getrennt hast, weil ich Dir zu „stressig“ bin, kann ich jetzt verstehen. Du bist es eben nicht gewohnt, mit einer starken und selbstbewussten Frau zu kommunizieren. Das liegt sicherlich an Deiner Mutterbeziehung, von der Du mir noch nichts erzählt hast, aber das liegt natürlich auf der Hand. Der Schlüssel zu allen Missverständnissen ist immer embryonaler Natur! Und es ist natürlich sehr schwer Dinge, die einen schmerzen, auch zu verbalisieren. Vor allem der Person gegenüber, die man doch so liebt. Das macht einen eben verletzlich und ängstlich. Aber, Heiner, darüber kann man doch diskutieren!

Ich verstehe, Heiner, dass Du Angst hast. Grosse Angst! Das mit uns ist so schnell passiert und wurde sofort ganz, ganz nah und vertraulich und zärtlich und so selbstverständlich, dass es schon ganz klar ist, dass man da nicht so mithalten kann, wenn man das noch nie erlebt hat. Vor allem wenn man, wie Du, lieber Heiner, Grundängste gegenüber starken und selbstbewussten Frauen hat.

Aber Heiner, ich weiss, dass Du mich auch liebst! Deine Augen sind der Spiegel Deiner Seele und den kannst Du nicht zuhängen. Nicht vor mir, der Frau, die Dich ebenfalls liebt. Ich sehe doch, wie sich die Farbe Deiner Iris verdunkelt, wenn Du mich ansiehst, Heiner.
Du, gib’ Dir einfach einen Ruck! Man kann Berge nur bezwingen, indem man sie besteigt. Heiner, ich bin jederzeit für Dich da, das weißt Du doch! Komm’ lass uns zusammen zu meinem wöchentlichen Folkloretermin gehen und Deine Ängste wegtanzen! Du wirst sehen, danach bist Du wieder ganz leicht und wir können einander wieder vertrauen und lieben.

Also, Heiner, ich werde nachher mal kurz und ganz spontan bei Dir vorbeigehen und Dir diesen Brief persönlich übergeben, damit Du auch weißt, wie ernst und vorbehaltlos ich es mit unserer Liebe meine. Vielleicht können wir dann auch einen Tee miteinander trinken, Du liest den Brief und wir diskutieren dann ganz entspannt darüber. Ist wirklich kein Problem für mich. Ich verlege einfach meinen Dozentenjob an der Volkshochschule “Wahrnehmungsstörungen – wie erkennen?”. Meine Schüler verstehen das.

Ich würde mir wirklich sehr wünschen, dass Du Dich mir, der Frau die Du liebst, gegenüber endlich öffnen kannst. Aber mach Dir auf keinen Fall Sorgen, Heiner, wenn das nicht sofort funktioniert. Ich liebe Dich und ich kann warten, bis Du soweit bist. Und bis dahin bleibe ich an Deiner Seite, damit Du auch weißt, dass ich immer da bin, wenn Du Dein Verhalten diskutieren möchtest. Natürlich auch jederzeit ohne Termin.

Keine Sorge, mich wirst Du nicht los!

Bis gleich, mein lieber Heiner!

Deine Aggi

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Leute, die ich nicht mehr sehen kann

Dünn, dick, geschieden, verheiratet, durchgeknallt, verglatzt, usw. usw. und jetzt wieder dünn. Gratulation zur erfolgreichen Rückkehr. Und jetzt geht das alles auch ein bisschen unaufdringlicher, ja?

Ach je, kaum macht sich Cora Schumacher endlich mal etwas rar, kommen die Effenbergs wie nichts Gutes über die Medienlandschaft. Ist ja fein, Claudia, dass Du “Deinen Mann” wieder zurückerobert hast. Und auch ganz fein, dass “Dein Mann” jetzt mit Dir in eine schicke Villa zieht. Und noch viel feiner ist es, zusammen mit “Deinem Mann” über den Ex öffentlich herzuziehen, aber gleichzeitig die Kinder vor die Kamera schleifen wollen. Dass Dein Ex Dir das per Gerichtsbeschluss untersagen musste zeigt ja auch, was für ein schlechter Vater er ist. Und jetzt geh’ in den Garten und pflanze ein bisschen Blumenkohl. Der hört Dir auch bestimmt gerne zu, wenn Du Dich über Dein Lieblingsthema unterhältst: Du und “Dein Mann”. Ach, übrigens: Dein Mann heisst Stefan!

Ist ja schon gut! Du bist total toll, total schlank, total junggeblieben, total musikalisch und sowieso der einzig wahre Star auf weiter Flur. Schon niedlich, wie Du in Deinen Videos immer die kleinen Jungs dazu bekommst, Dich noch jünger aussehen zu lassen. Und total grosszügig bist Du auch, immerhin leihst Du Britney Deinen Zylinder.  Danke, dass Du in Deinem neuen Clip ein bisschen mehr anhast. Aber knöpf doch nächstes Mal das Hemd zu, ja?

Es gibt Sachen, die möchte ich mir einfach nicht vorstellen. Dazu gehört auch das peinliche Gerede über Prominentenbeischlaf. Ich möchte mich einfach nicht davon belästigen lassen, zu lesen oder zu hören ob Heino seine Hannelore drei oder vier Mal die Woche begattet. Und auch nicht, wie zärtlich er dabei ist. Und am allerwenigstens möchte ich mir seinen Albino … nein, das geht jetzt zu weit! Pfui!

Germany’s Top Nervensäge. Immer lieb, immer freundlich, immer bodenständig, immer fleissig, immer laut – ja, die Heidi ist schon eine ganz, ganz tolle Frau! Sie modelt, sie schauspielert, sie singt, sie moderiert, sie wirbt – und das täglich.  Ein lieb gewonner Gast in jedem Wohnzimmer mit TV-Anschluss. Sie ist schon fast ein bisschen wie Tante Trude, die jeden Tag mit ihrem Dackel auf dem Sofa sitzt. Allerdings stört Tante Trude nicht weiter, denn sie kann schweigen.

Ja, Marc, das machst Du ganz prima! Nachdem Du Deinen Job als Hilfspudel und Schwenkfutter bei Frau Lewe verloren hast, musst Du Dir verständlicherweise Deine Dosenmahlzeiten anderweitig verdienen. Da ist es natürlich am besten, sich auf sämtlichen VIP-Events herumzutreiben, irgendwelche C-Prominente anzugraben und Dein Gesicht in jede Kamera zu halten. Davon wirst Du bestimmt ganz toll berühmt und Deine Platten verkaufen sich dann wie warme Semmeln! Das ist auch kein bisschen peinlich, lass’ Dir das bloss nicht einreden! Die Leckerlis fliegen einem ja nicht einfach so in den Napf. Dafür muss man etwas tun. Und im “Männchen machen” bist Du schliesslich einer der Besten. Unter den Pudeln.  Entschuldigung: Hilfspudeln.

Arme Sandy-Mausi, da hast Du dem Boris eine SMS geschrieben, dass es vorbei ist, wenn er sich nicht meldet und der gemeine Typ hat das echt ernst genommen! Ist schon schlimm, wenn man so missverstanden wird, gelle? Und natürlich muss man das klarstellen, dass Du ja total verliebt warst und das mit der heiligen Verlobung und dass das gar nicht so gemeint war und dass Du das gar nicht verstehen kannst, warum der Boris solche Sachen erzählen tut und dass Du ihn total geliebt hast und dass das mit der SMS falsch aufgefasst worden ist und dass Du es gar nicht verstehen kannst, wie man es missverstehen kann. Prima, dass Du das jetzt allen und jedem erzählt hast. Dann ist es ja jetzt gut, oder? Jetzt geh’ schön brav in Dein Kinderzimmer, bastel ein bisschen Schmuck und lass’ die Erwachsenen sich mal in Ruhe unterhalten.

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Lieber Herr Wendehals,

Mann, das war ja wirklich die Nachricht der Woche: Du bist also in eine “Sexpolonäse” (hahaha, was für ein Wortspiel!) getappt. Also eigentlich bist Du das ja nicht, denn das Foto, auf dem die Mama Dir scheinbar einen bläst, ist auf jeden Fall entweder eine Fotomontage oder ein Doppelgänger und die beiden PoloNasen kennst Du ja auch nur davon, dass sie Dir die Erlaubnis für einen Fan-Club bei einem Deiner Auftritte abge…schwatzt haben.

So weit, so gut. Ich verstehe allerdings zwei Sachen nicht:

Erstens: wer sollte sich die Mühe machen, so ein Foto zu photoshoppen und warum? Und komm’ mir nicht mit der Geschichte von wegen Promi-Erpressung. Promi war ja vor-vor-gestern und zu shoppen gibt es bei Dir auch schon lange nichts.
Und zweitens: wem hast Du denn so etwas Schlimmes angetan, dass er sich die letzten 40Jahre ganz gewissenhaft regelmässig Alkohol oder wasauchimmer zugeführt hat, nur um so auszusehen wie Du heute?

Es war doch bestimmt so, dass Du mit der Mama mal schön ein (un)vergessliches Stündchen oder Minütchen verbracht hast und das auch eventuell mal so das eine oder andere Mal wiederholt hast. (Hat Schwiegermama heute im TV auch bestätigt).) Ist ja auch nicht weiter schlimm, wenn Du Dich daran nicht erinnern kannst. Würde ich an Deiner Stelle auch nicht tun. Bzw. tun wollen. Oder können.

Ich kann aber auch die Mama und ihr reizendes Töchterlein gut verstehen: für Geld tut man in Zeiten der Rezession eben Dinge, die man sonst trotzdem machen würde. Schade nur, dass es weder für einen guten Fotografen, noch für ein gutes Make-Up und schon gleich gar nicht für einen guten Stylisten gereicht hat.

Unterhaltungswert hat diese Geschichte allemal, egal, von wem diese schlussendlich lanciert wurde und angetrieben wird. . Die Einzelheiten sind im Grunde lediglich ein bisschen Leckerli zum Grundfutter.  Sie zeigt eine Sache aber ganz deutlich: egal wie tief man die Messlatte hängt – irgend jemand schlüpft immer noch darunter hindurch.

P.S.: Ach, da war ja noch der “Puff-Vorwurf”. Ich weiss ja nicht, aber ich finde die Zeitnähe von  und Skandal interessant.

P.P.S.: Und aktualisiere mal Dein Bild auf der Startseite Deiner Website. Du  machst es Deinen zukünftigen Doppelgängern echt schwer.  Und: man sollte sich nicht mit eigenen Federn aus vergangenen Zeiten schmücken, wenn die Zeiten vorbei und die Federn gerupft sind.

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Lieber Heinrich,

nachdem Du ja jetzt auch Anja vom Hof gejagt hast spüre ich, dass meine Stunde gekommen ist! Wir sind füreinander bestimmt, Heinrich, ich weiss das ganz genau! Ich verspreche Dir, dass ich immer brav den Hof fegen, mit Mutti Tee trinken und Dein Schäferlied auswendig lernen werde. Und selbstverständlich habe ich auch nichts dagegen, dass Dein Bett gegenüber von meinem steht, da bin ich nicht so. Und gegen Kinder habe ich auch nichts. Was hältst Du von einem Jungen namens Wolfgang (”Wolfi” klingt niedlich, nicht?) und einem Mädchen namens Wallburga (”Walli” klingt niedlich, nicht?)?

Liebster Heinrich, ich packe schon mal mein Bündel, setze mich auf den nächsten Heuwagen und bin ganz bald bei Dir!

P.S.: Ich meine es ernst mit Dir!

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Tach, Herr Becker!

Sie haben sich verlobt? Na, da gratuliere ich Ihnen ganz, ganz herzlich! Ihre Verlobte ist so viel jünger als sie? Das macht ja nichts. Das hat man heutzutage ja so und wo die Liebe hinfällt und überhaupt. Sie kennen sich ja auch schon so wahnsinnig lange. Ihre Verlobte hat ja auch schon mal auf Ihre Kinder aufgepasst, das ist ganz prima. Dann hat sie ja schon Übung im miteinander spielen, wenn Sie abends mal kurz weg müssen. Zu einem dringenden Termin oder so. Sie versteht sich ja auch ganz ausgezeichnet mit Ihrer Ex-Frau, das ist ebenfalls ganz prima. Man muss ja in der heutzutagigen Patchworkfamilienwelt ja ganz besonders organisiert sein, da bleibt kein Platz für Animositäten oder weiblichen Zwistigkeiten, nicht wahr?

Den Heiratsantrag haben Sie ganz spontan im engsten Familienkreis gemacht? Jetzt bin ich aber neidisch, Herr Becker. Ich hätte das auch mal ganz gerne, dass ein Mann ganz spontan einen Diamantring aus der Tasche zieht und mir einen Antrag macht. Da wäre mir der Antrag auch ziemlich egal, ich meine das jetzt echt nur wegen der Spontanität! Viele Männer in Ihrem Alter wissen ja nicht einmal mehr, wie man das schreibt. Oder ausspricht.

Besonders niedlich finde ich, wie spitzbübisch Sie auf indiskrete Fragen reagieren. Zum Beispiel das Beuteschema, das Ihnen ja immer wieder aus unerfindlichen Gründen unterstellt wird. “Die Mutter meiner Verlobten ist Nordafrikanerin!” Da musste ich herzlich lachen! Oder auf die Frage, wann Sie denn mit Ihrer Verlobten zusammenziehen werden. Sie haben da ganz putzig gezwinkert und gesagt, dass es ja sein könnte, dass sie schon längst zusammenwohnen würden und dass Sie Ihr Privatleben immer und gerne aus der Öffentlichkeit heraushalten würden. Da war ich wirklich beeindruckt. Was für eine Nonchalance!

Und ja, Herr Becker, das habe ich in den vergangenen Jahren mitbekommen, wie das mit Ihren Frauengeschichten war. Total privat haben Sie das immer gehandhabt, das kann ich bezeugen! Schliesslich eilt Ihnen Ihr Diskretionsruf ja meilenweit voraus!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Verlobten einen schöne restliche Lebenszeit, viele hübsche (eigene) Kinder und noch ganz, ganz viel Spontanität!

Hoffentlich lassen Sie recht bald wieder und total ausführlich von sich und Ihren Lieben hören! Auch wenn Ihnen das recht schwer zu fallen scheint.

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