Archive for the 'Sprotte' Category

Abgeschobene Kindersonnen

sonne

Meine Kollegin und ich sitzen auf der Büroterrasse mit Kaffee und Zigaretten, gehen ein paar Pläne durch und blinzeln ab und zu in die Sonne, die sich hinter typisch Hambuger Schwülwolken verbirgt. Aber sie ist immerhin da, das muss reichen. Es ist alles sehr entspannt, obwohl es bereits relativ spät am Arbeitstag ist. Sehr, sehr entspannt sogar. Und genau das ist sehr, sehr irritierend.
Kein hektischer Blick auf die Uhr “Ich muss gleich los”, kein “Kannst Du für mich ans Telefon gehen!” kein “Mensch, das muss heute noch raus, geht das bei Dir noch?” und vor allem kein hektisches Zusammensuchen von nicht erledigter Unterlagen, die man dann “kurz von zu Hause aus” erledigt. Was niemals kurz ist. Und selten komplett erledigt werden kann. Und am nächsten Tag geht der gleiche Sermon von vorne los.

“Sag’ mal,” fragt mich die Kollegin, “wo ist eigentlich die Sprotte?”
“Aldiana. Türkei. Mit Papa.” antworte ich kurz und blinzele in die Sonne.
“Hmm, da ist es sicher schön!”
“Ganz sicher ist es das!” hmme ich zurück. “Und der Legokönig? Wo ist der?”
“Robinson. Österreich. Mit Papa” kommt es ebenso kurz zurück.
“Hmm, da ist es sicher schön!”
“Ganz sicher ist es das!” hmmt sie zurück und blinzelt in die Sonne.

Wir grinsen uns an, ziehen die Schuhe aus und lehnen uns zurück. Und plötzlich fühlen wir uns ebenfalls wie im Urlaub. Terrasse. Eimsbüttel. Ohne Papas.

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Weil sie ein Mähähädchen ist!

mädchen

Gestern haben wir uns noch kollektiv über diese dämliche Zeitschrift -explizit diesen Artikel- lustig gemacht, heute wurde für den Ernstfall generalgeprobt:

Das Mädchen hat seit heute Ferien. Ich nicht, weil ich als gestresste Familienmanagerin arbeiten gehen muss, um diese Ferien zumindest teilzufinanzieren. Ausserdem war ich zu spät dran, weil der Stressfaktor “Mach’ dich-die Brotdose-den Schulranzen-den Turnbeutel endlich fertig!” nun erst einmal wegfällt. Das Mädchen sitzt gemütlich auf dem Sofa und sieht mir ungestresst bei meiner Hektik zu.

“Kannst du bitte gleich noch die Wäsche aufhängen? Die Maschine ist durch und ich schaffe das jetzt nicht mehr.”
Der Blick wird, natürlich, finster.
Muss das sein?”
“Ja, das muss sein. Und dann räume bitte die Spülmaschine noch aus und ein.”
Der Blick wird, natürlich, noch finsterer.
Muss das sein?”
Ich bin genervt.
“Ja, das muss sein. Und dann kannst du auch mal dein Zimmer ordentlich aufräumen! Du bist doch sowieso erst heute nachmittag verabredet!”
Der Blick wird, natürlich, todesfinster und dann geht es auch schon los:
“MANN, EY! ICH HABE JETZT FERIEN UND ICH HABE DIE GANZE ZEIT FÜR DIE SCHULE TOTAL VIEL GETAN UND ÜBERHAUPT AUCH SO UND DA MUSS ICH DOCH NICHT AUCH NOCH IN DEN FERIEN ARBEITEN!!! MANN EY, DAS IST TOTAL UNGERECHT!!”

Die gestresste Familienmanagerin hat natürlich überhaupt kein Verständnis für den ruhigen Ton, der ihr entgegengebracht wird und ordnet noch Pfandflaschenwegbringung an. Aber die ist ja sowieso total ungerecht und hat von nichts eine Ahnung.

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Einkaufsneurositäten

Aufgebrezelt

“Sag’ mal, wollen wir nicht heute nachmittag ein paar Anziehsachen für dich einkaufen gehen?”, frage ich die Tochter so nebenbei und harmlos wie möglich. Das Kind geht nämlich überhaupt nicht gerne Klamotten kaufen.

Sofort wird ihr Blick misstrauisch. “Wieso das denn? Wieso einkaufen? Wieso denn Anziehsachen? Ich hab’ doch alles!” Klar hat sie alles: Chucks, T-Shirts, Hoodies, Jeans. Und das alles in verschiedenen Materialien und Farben. Genug für ein ganzes Leben also.

Ich bin heute trotzdem mutig: “Naja, ich dachte an ein paar Kleider für den Sommer …” – ihr Blick wird finster – “… eventuell ein paar dünnere Hosen …” – ihr Blick wird richtig finster – “… ein paar Röcke oder so vielleicht noch …” – ihr Blick erwürgt mich gerade – “… und vielleicht auch mal eine, ehrm, Bluse??” – sie übergibt sich innerlich, ich kann es genau sehen.

“IHGITT! Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich so ein Girlie-Zeug anziehe?!!?! Niemals! Das ist total ekelhaft! Und das weisst du auch ganz genau!”
“Ja, aber du brauchst doch wenigstens mal neue Schuhe, wenn es so warm draussen ist!”

Sie guckt zwar immer noch finster, denkt aber kurz nach und plötzlich erhellt sich ihr Blick: “Mit Absätzen??”

Ich möchte noch einen Spruch von wegen “Girlie” und “Absätze” machen, verbeisse mir den aber schlauerweise. Denn immerhin habe ich sie schon quasi aus dem Haus und fast in der Nähe eines Anziehladens. Der Rest wird dann ein Kinderspiel. Ganz bestimmt!

Nachtrag:
Nachdem ich sie in einen Anziehladen Marke “WasndasfürnaussergewöhnlichesZeugundallessobunt” in Eppendorf gelockt habe, hat sie sich erst missmutig und dann immer genauer und begeisterter umgesehen. Und sie hat nach nicht unerheblicher Zeit tatsächlich Anziehsachen, die sie nicht braucht, gefunden:
- ein Teil in schwarz und schwarz-rot kariert in knielang
- ein Teil in schwarz und schwarz-weiss ornamentiert in knielang
- ein Teil in schwarz und schwarz-pink gemustert in knielang
- ein Teil komplett in schwarz und knielang
Da wir keine schwarzen Ballerinas finden konnten (Danke Svenja, ab sofort kannst Du mit ihr einkaufen gehen!) wurden stattdessen Schnürsenkel in pink, rot-schwarz-kariert und weiss mit roten Kirschen für die schwarzen Chucks gekauft. ((Danke Bella, ab sofort kannst Du mit ihr einkaufen gehen, bzw. Duweisstschonwer!) Und natürlich farblich passend dazu Creolen in pink, rot und schwarz.

Aber geht doch. Immerhin ist endlich die Mädchenfarbe “kräftig rosa” dabei.

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Förderunterricht

Gespräche zwischen Eltern nehmen manchmal wirklich seltsame Ausmaße an.

“Also wir schicken F. nächstes Jahr für sechs Wochen nach Brasilien!” – “Wieso das denn?” – “Naja, sie ist ja nicht so gut in Englisch, dann kann sie sich da verbessern!”
Ich schweige verblüfft, weil ich den Zusammenhang nicht wirklich verstehe, allerdings auch nicht als total blöd dastehen möchte. Wer weiss, vielleicht gibt es ja in Brasilien irgendwo ein total kompetentes Nachhilfesommerlager für deutsche Mädchen, die kein Englisch können und ich weiss es bloss nicht? Wieso man das Lager allerdings erst in einem Jahr dort aufschlagen möchte, kann ich noch weniger nachvollziehen.

“Und? Habt ihr auch schon etwas für die Sprotte geplant?” werde ich gefragt. Hm. Ja, haben wir in der Tat. Solange die Streberin weiterhin als schlechteste Note eine 2- nach Hause bringt, soll sie in den Ferien genau das machen, wozu diese gedacht sind: Ferien! Aber ich will ja nicht angeben, also sage ich mit leicht bekümmerter Miene: “Tja, in Mathe hat sie so das eine oder andere Problemchen. Wir dachten uns, wir schicken sie übernächstes Jahr einfach mal nach England in ein “Malen-nach-Zahlen”-Camp!”

Danach wurde das Gespräch sehr abrupt beendet. Verstehe ich nicht.

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Dornröschen und die sieben Zwerge

wickie

In diesem Schuljahr hat der Halbwuchs als Wahlpflichtfach “Darstellendes Spiel” gewählt. Nicht, dass sie hierin noch irgendwelche Schulungen brauchen würde, sie kann das schon seit ihrer Geburt ganz prima. Sogar ganz ohne Souffleuse. Aber man kann sich ja immer verbessern.

Morgen ist nun die grosse Aufführung. Es wird “Dornröschen und die sieben Zwerge” gegeben. Rapunzel ist auch dabei und auch ein paar Bäume und Sagichnichts. Mehr habe ich bis heute nicht erfahren, denn alles ist natürlich total streng geheim! Das Stück haben sie selbst geschrieben, die Bühnenbauten selbst gebaut und die Kostüme auch selbst entworfen und genäht. Die Musik hat Frau Sprotte selbst geschnitten (bis auf die Umbaumusik, da gab es Probleme, die aber gestern abend kompetent behoben wurden, herzlichen Dank noch einmal dafür!) und auch die Bühnentechnik wird von den Halbwüchsen selbständig ausgeführt. Man darf also gespannt sein, was die schauspielernde Zukunft Deutschlands morgen auf die Weltbretter bringt. Und ich bin sehr gespannt. Sehr, sehr gespannt! So gespannt, dass ich nervöser und aufgeregter als die Sprotte bin. Ständig stelle ich dumme Fragen, versuche sie auszutricksen und habe sogar ernsthaft überlegt, mich heute bei der Generalprobe einzuschmuggeln. Das hat nun leider nicht geklappt.

Dann passierte heute morgen folgendes: “Mama, wir brauchen noch ein paar Requisiten. Kann ich ein paar Sachen von zuhause mitnehmen?” Aber natürlich durfte sie das! Ich habe mir nämlich ganz schlau eingebildet, dass ich anhand der Requisiten ein bisschen mehr über den total geheimen Inhalt des Stückes erfahren könnte, wegen meiner total natürlich-mütterlichen Intuition.

Sie hat eingepackt:

- ihr Kalligraphie-Set
- ein braunes Hoodie
- viele weisse Kerzen
- Briefpapier
und
- meine Heisswickler (für daRONN: das sind Lockenwickler, die man elektrisch aufheizt)

Okay: bei dem Kalligraphie-Set kann ich mir vorstellen, dass das Siegelwachs gebraucht wird, bei der Kapuze denke ich mal, dass sie das als Mütze braucht, weil sie u.a. den sechsten Zwerg spielt, die Kerzen haben sicher etwas mit einem Stromausfall zu tun (was denn sonst?) und das Briefpapier – naja, dann werden da eben Briefe zugestellt.

Nur die Heisswickler haben mich etwas stutzig gemacht. “Wofür braucht ihr die denn und muss das denn überhaupt sein? Die waren echt teuer!” – “Mann! Klar müssen die sein! Das sind nämlich die Spindeln von Dornröschen, die verteilen wir im Publikum und dann werden die bei so einem Stichwort auf die Bühne geschmissen und das ist eine Schlüsselszene und ich kann dir auch nicht mehr verraten, das weisst du ja, also hör’ mal auf ständig zu fragen, das nervt!” – “Bekomme ich sie denn auch wieder?” – “Ma-ha-nn, na-tür-lich! Ich verspreche dir, dass ich die alle selbst aufsammle, wenn die Vorstellung vorbei ist!”

Die Betonung liegt hier natürlich auf “Na-tür-lich!” Nämlich hat man nach dem 18. Vorhang, dem Rosenregen und der anschliessenden Oscar-Verleihung nichts Besseres zu tun, als auf allen Vieren Heisswickler einzusammeln.

Ich weiss zumindest jetzt schon, was ich morgen nach der Vorstellung auf jeden Fall machen werde: auf allen Vieren Heisswickler einsammeln.

Und während der Vorstellung werde ich stä-hän-dig Szenenapplaus spenden, aufspringen und “Das ist MEIN Kind! MEI-HEIN Kind!!!” brüllen. Und mich na-tür-lich entsprechend hübsch anziehen. Ich denke, knappe lindgrüne Leggings an bauchfreiem T-Shirt passen ganz wunderbar dazu.

Bei meiner Figur kann ich mir das auch leisten. Denn sie soll na-tür-lich stolz auf mich sein.

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Heute ist ein wichtiger Tag!

hannah_montana_der_film

Nicht ganz so wichtig wie der 9. Oktober oder der 16. Juli, aber immerhin wichtig genug, um sich seit Wochen darauf zu freuen, in Endlosschleife die gleichen Lieder zu hören und jeden dritten Satz mit “Wusstest du übrigens, dass Miley …” anzufangen. Und mit wem teilt man diese grosse Erlebnis? Selbstverständlich mit der wichtigsten Person überhaupt: der eigenen Mutter! Und das liegt auch ganz bestimmt nicht daran, dass das Popcorn immer grösser ausfällt, wenn man es nicht selbst bezahlen muss und es liegt auch ganz bestimmt nicht daran, dass man auf dem Weg hin und zurück ununterbrochen reden kann. Und ganz bestimmt liegt es auch nicht daran, dass wir vor der Vorstellung essen gehen und am allerganzbestimmtesten liegt es nicht daran, dass ich die Kinokarten bezahle.

Nein, es liegt einzig und allein daran, dass ich ihre allerbeste Freundin und die tollste Mutter der Welt bin!

Ich habe so ein uneigennütziges Kind, ich muss gleich weinen vor lauter Rührung!

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Nur geträumt

krankesfahrrad

Wir frühstücken.

“Na, wie hast du geschlafen?”, fragt mich Frau Sprotte.

“Mann, ich hatte wirklich einen total blöden Traum!” fange ich an. “Wir waren auf Radtour in Frankreich, du auf deinem normalen Fahrrad und ich auf einem Speedfahrrad, das weiss lackiert war,  und ich hatte im Kindersitz Tom Cruise, der sich die ganze Zeit ständig aufgeregt hat, weil er nicht laufen konnte. Jedes Mal lief er wutrot an, wenn wir eine Pause gemacht haben, weil ich ihn dann ständig aus dem Kindersitz heraus- und wieder hineinheben musste.  Der war einfach die ganze Zeit am herumbrüllen.  Mit diesem wahnsinnig schlimmen, roten Wutkopf.  War das schrecklich! Dann sind wir an einen See gekommen und plötzlich warst du weg.  Dein Fahrrad, das plötzlich rosa war, habe ich dann auf dem Grund des Wassers gesehen und ich habe Panik bekommen und ständig versucht dich zu rufen.  Aber es ging nicht.  Ich konnte nur ständig “Sabine!” krächzen.  Sabine!!! Krächzen!!!  Tom Cruise lag währenddessen im Kindersitz auf dem Boden und brüllte weiter. Dann habe ich ein Zelt gesehen,  bin hineingegangen  und da lagst du und hast friedlich zwischen lauter Indern geschlafen. Dann bin ich aufgewacht.”

Ich trinke erschöpft einen Schluck Kaffee: “Das war echt ein schlimmer Traum!”

Frau Sprotte mustert mich lange und intensiv, während sie entspannt auf ihrem Brot herumkaut und sagt schließlich:  “Ich würde mal sagen,  da hast du irgend etwas nicht richtig verarbeitet.”

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[kunstarbeit von sprotte]

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Mütter sind peinlich,

das weiss jedes Kind. Meine Mutter war sogar so peinlich, dass sie mit 29 Jahren immer noch in Miniröcken und Jeans herumlief. Ich habe mich so geschämt!

Ich wollte nie eine peinliche Mutter werden, allerdings sieht das Frau Sprotte etwas bis ganz anders. Ich darf auf der Strasse weder singen, noch tanzen, keine Tauben erschrecken und in keine Schaufenster mit peinlichen Schuhen, Klamotten oder Obst sehen. Am liebsten wäre es ihr, ich würde auf der anderen Strassenseite laufen, wenn wir schon partout zur gleichen Zeit die Wohnung verlassen und sogar noch den gleichen Weg haben. Aber sie ist grosszügig: ich darf drei Schritte hinter ihr laufen für den Fall, dass sie irgend etwas total unpeinliches wie eine Teenie-Zeitschrift, ein Kleidungsstück oder Schulzubehör benötigt. Ich habe nämlich das Portemonnaie!

Ich wollte dieser Schmach ein Ende setzen und endlich eine total unpeinliche und voll kühle Mutter sein. Also habe ich etwas getan, das ich schon längst hätte tun sollen: ich habe mir den Anfangsbuchstaben ihres Vornamens und ein total unpeinliches Herz auf den linken Unterarm tätowieren lassen. Das sieht richtig klasse aus!

Und damit hole ich sie heute von der Schule ab, krempel den Ärmel meines T-Shirts hoch und winke ihr mit einem lauten “Juchhu!” zu, wenn sie zusammen mit ihren Freundinnen aus der Tür kommt.

Die wird sich bestimmt ganz, ganz, ganz mächtig freuen!

sammytattoo

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Städtische Öffnungszeiten

Vorhin beim Einkaufen. Während ich gerade das Obst begutachte, seufzt es neben mir:

“Also echt, sobald Tschikago geöffnet hat, muss ich da sofort hin!”
“Wie bitte? Wo musst du hin?”
“Na, nach Tschikago! Das macht ja bald auf!”
“Was ist, bitteschön, denn ein ‘Tschikago’?”
“Mann, Mama!”, sie macht den Augenverdreher, “sagt dir vielleicht N-O-R-D-A-M-E-R-I-K-A etwas?”
“Ja klar, ich bin doch nicht blöd!”
“Und wo liegt dann T-S-C-H-I-K-A-G-O? Häh? Genau! In Nordamerika!”
“Ach so, du meinst Chicago.” Ich bin beruhigt. Das wenigstens habe ich jetzt verstanden. Ich bin aber trotzdem verwirrt: “Und wenn das geöffnet hat, musst du da hin? Wieso hat das denn überhaupt zu? Wie kann denn eine Stadt zu haben?”
Sie guckt mich ungläubig an. “Das ist jetzt aber nicht dein Ernst oder?”
“Ja. Nein. Keine Ahnung. Habe ich irgend etwas verpasst? Wieso hat denn Chicago zu?”
“Oh Mann. Chicago hat doch gar nicht zu. Aber wenn das Harry-Potter-Land in Chicago aufmacht, dann muss ich da hin!”

Ach so. Wieso bin ich nicht sofort darauf gekommen? Ich habe keine Ahnung. Echt nicht. Ich gehe ja nie in ihr Zimmer.

tschikago

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Ich bin sogar zu alt, um peinlich zu sein.

arschgesicht

Ich schüttele gerade das Abendessen in der Küche herum, höre Musik aus meinem Laptop und dann kommt sie schon, die Tochter: “Du weisst schon, dass du zu alt bist, um das Lied cool zu finden? Das ist echt total peinlich!” Sprach’s und schlug die Kinderzimmertür hinter sich zu.

Was soll ich dazu sagen? Eben. Gar nichts. Ich schüttele es einfach nur weiter vor mich hin.

Und fühle mich alt. Denn in diesem Clip sehe ich die Hosen von Mick Jagger, die Schuluniform von Britney Spears, die Kirche von a-ha, das Outro des ersten Clips der Spice Girls, ein paar Moves von MC Hammer, viel Chemical Brothers, noch mehr Run D.M.C. und noch so einiges mehr. Wie z.B. Pete Doherty und seinen Hut.

Ich bin wirklich alt. Ich fange an zu glauben, dass Ideen geklaut werden können.

P.S.: Und ich bin peinlich. Ich weiss immerhin, wer Pete Wentz ist.

P.P.S.: Jetzt sehe ich es erst – sogar der Scheitenscheitel von Tokio Hotel ist dabei!

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